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Südafrika - Ein Land im Umbruch

Die Schulsprecher Finn Winterfeldt (li.) und Dino Campos (re.) bedankten sich bei Pastor Markus Kalmbach (Foto: oh)
thl. Winsen. Südafrika sei faszinierend, reich an Kultur und Bodenschätzen und doch sei es ein Land mit vielen Problemen, die es in den nächsten Jahrzehnten zu lösen gelte. Das sagte Pastor Markus Kalmbach von der Kirchengemeinde St. Marien in Winsen, als er den Zehntklässlern der Johann-Peter-Eckermann-Realschule über seine Zeit auf dem schwarzen Kontinent berichtete. Als sogenanntes Schwellenland hätten insbesondere die großen Industrienationen und globale Wirtschaftskonzerne ein starkes Interesse an den Bodenschätzen Afrikas. Aber auch die aktuelle Situation in Zentralafrika könne weitreichende Folgen für den gesamten Kontinent haben. Auch wenn Südafrika zurzeit in seinen Strukturen gefestigt scheine, habe gerade der Tod von Nelson Mandela, dem Übervater des Landes, ja sogar ganz Afrikas, große Lücken hinterlassen, so Kalmbach weiter.
"Allein ein Blick auf die Zahl der offiziellen Landessprachen in Südafrika - insgesamt elf - zeigt, wie schwierig es ist, dieses Land in der heutigen Zeit zu regieren", machte der Pastor deutlich.
In seiner Gemeinde in Südafrika habe Kalmbach zusammen mit Bischof Tutu, einem engen Freund von Nelson Mandela, am Aufbau einer Kirche mitgewirkt. Er sei dort seinen Aufgaben als Pastor nachgegangen und habe dabei Strecken von mehreren Hundert Kilometern zurückgelegt, da sich seine Gemeinde über 400 Kilometer erstreckte. Anders als bei uns, fände dort der Gottesdienst auch unter freiem Himmel oder in Schulräumen statt, erzählte er.
Zu Markus Kalmbachs Arbeit zählte auch der präventive Kampf gegen Aids. „Täglich sterben in Südafrika etwa 2.000 Menschen an dem Immunschwäche-Virus“, berichtete er. Dies spiegele sich zum einen auch in der niedrigen Lebenserwartung der Menschen wider. Zum anderen aber auch in der hohen Zahl von verwaisten Kindern, die oftmals mit 13 Jahren die Rolle der Eltern übernehmen müssten. Dann beginge ein Teufelskreislauf, den es zu durchbrechen gelte. "Doch der Kampf gegen den Virus scheint angesichts großer kultureller und politischer Widerstände aussichtslos. Auch wenn in den letzten Jahren die Regierung ihre Haltung geändert hat, sind es doch die hohen Kosten für Medikamente und ein sehr schlechtes Gesundheitssystem, welches Bemühungen oftmals im Keim ersticken lässt", so Kalmbach.
Beeindruckt waren die Schüler, mit wie viel Zuversicht und Hoffnung Pastor Kalmbach seine Arbeit vor Ort angegangen ist und dabei nicht müde wurde, gegen die Widerstände anzugehen. So hat er beispielsweise Jugendliche ausgebildet, damit sie Gleichaltrige über die Gefahren des Aids-Virus aufklären. „Bei all den Umständen nicht den Mut und das Ziel aus den Augen zu verlieren, immer größte Zuversicht an sein Umfeld auszusenden, verdient höchsten Respekt“, dankte Schülersprecher Dino Campos im Namen der Mitschüler Pastor Kalmbach für seinen Vortrag.