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Tierschützer auf den Barrikaden: Großdemo gegen Massentierhaltung auf der Grünen Woche in Berlin

Paradebeispiel für artgerechte Tierhaltung: Landwirt Hermann Maack mit seinem in Berlin bereits prämierten Welsh-Black-Bullen "Sammy" (Foto: Eckard Wendt/AGfaN e.V.)
ce. Landkreis/Berlin. „Wir haben es satt!“lautete das Motto einer Demonstration mit über 30.000 Teilnehmern, die jetzt anlässlich der Internationalen Grünen Woche (IGW) in Berlin stattfand. Die mit rund 400.000 erwarteten Besuchern noch bis Sonntag laufende IGW ist die weltgrößte Messe für Ernährung, Landwirtschaft und Gartenbau. Die Demonstranten - darunter Mitglieder der "Arbeitsgemeinschaft für artgerechte Nutztierhaltung" (AGfaN) aus Stelle (Landkreis Harburg) und des "Runden Tisches zum Natur-, Umwelt- und Tierschutz" aus dem Kreis Harburg - wollten ein Zeichen der Solidarität mit den selbstbestimmt wirtschaftenden, von der Agrarindustrie unabhängigen bäuerlichen Betrieben setzen. "Wir machen uns insbesondere für die Betriebe stark, die ihren Tieren deutlich bessere Lebensbedingungen gewähren, als es in den praxisüblichen Massentierhaltungen der Fall ist", sagt AGfaN-Sprecher Eckard Wendt.
Viele hundert Organisationen aus Bereichen des Tier-, Natur- und Verbraucherschutzes wandten sich in Berlin gegen die ihrer Ansicht nach von der Agrarindustrie rücksichtslos betriebene Ausbeutung von Böden, Tieren und Menschen, gegen die Zerstörung der Regenwälder für den Futtermittelanbau und die unverantwortlichen Umweltbelastungen durch Gülle und Bioaerosole (Krankheitskeime und Schadgase wie Ammoniak). "Der Protest richtete sich auch gegen den horrenden Einsatz von Antibiotika in den Massentierhaltungen, die drohende Zulassung gentechnisch manipulierter Pflanzen, das Klonen von Tieren sowie gegen die Verschwendung pflanzlicher Grundnahrungsmittel auf dem Umweg über die Nutztiere, wodurch der Hunger in der Welt vergrößert wird", so Wendt.
Auf der IGW traf er auch Landwirt Hermann Maack aus Lübberstedt (Kreis Harburg), ohne den - so Wendt - "die Grüne Woche gar nicht mehr vorstellbar" sei. In den vergangenen 30 Jahren räumte Maack mit seinen Fleischrindern verschiedenster Rassen zahlreiche Preise ab. Sein 2012 als bester Welsh-Black-Bulle prämierter Vierbeiner "Sammy" ist jetzt in der Bundeshauptstadt wieder mit dabei.
Auf der IGW verhinderte Tierschützer Wendt, dass den Besuchern durch Desinformation ein falsches Bild von der "modernen" Nutztierhaltung vermittelt wurde. So sei Landwirtschaftsminister Dr. Hans-Peter Friedrich bei einem Besuch am "Schweine-Mobil" verheimlicht worden, dass auf der gezeigten Fläche von 7,4 Quadratmetern statt der ausgestellten acht Schweine zwischen 30 und 50 Kilogramm in der Praxis häufig 14 Tiere auf engstem Raum vegetieren müssen. Als Wendt den Minister auf die irreführende Darstellung hinwies und der Politiker beim Standbetreuer nachhakte, gab dieser kleinlaut zu, dass die Präsentation nicht der Wahrheit entsprach.