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Totgesagte leben länger

Vorsitzende Ramona Bartels (hier bei einer Versammlung 2013) hat zur Jahreshauptversammlung eingeladen (Foto: thl)

Tierschutzverein Winsen offenbar aus der Insolvenz gerettet

thl. Winsen. Da staunten die Mitglieder des Winsener Tierschutzvereines nicht schlecht, als ihnen jetzt eine Einladung zur Jahreshauptversammlung ins Haus flatterte. Dachten sie doch alle, der Verein sei bereits vor vier Jahren aufgelöst worden. Aber offenbar greift hier das Sprichwort "Totgesagte leben länger".
Kurzer Rückblick: Im November 2013 stellen Werner Sommer, langjähriger Vorsitzender des Vereins, und seine Nachfolgerin Ramona Bartels beim Lüneburger Amtsgericht einen Insolvenzantrag. Auslöser war offenbar die über Jahre anhaltende Misswirtschaft des Vorsitzenden. Von da an überschlugen sich die Ereignisse. Zum Jahreswechsel erfahren Mitarbeiter des Tierheims und die Vereinsmitglieder, dass der Verein aufgelöst werden soll. Zwei Wochen später ist das Aus des Tierheims beschlossene Sache, weil sich kein Investor findet (das WOCHENBLATT berichtete). Danach wurde es ruhig um den (ehemaligen) Tierschutzverein - bis jetzt.
"Die Jahreshauptversammlung findet am 21. Juni, um 19 Uhr im Marstall statt", steht in dem Einladungsschreiben, für das die Vorsitzende Ramona Bartels verantwortlich zeichnet. Interessant ist auch die Tagesordnung: Unter Punkt sechs soll Insolvenzverwalter Christian Heim über die Aussicht auf Beendigung des Insolvenzverfahrens durch Erbschaften berichten. Anschließend sollen eine Diskussion um die Zukunft des Vereins und Vorstandswahlen folgen.
Ob der Verein tatsächlich weiter bestehen bleibt, ist derzeit zumindest sehr fraglich. Fakt scheint aber, dass der Tierschutzverein, der im Insolvenzverfahren den Zusatz "in Liquidation" trägt, noch immer Gönner zu haben scheint, die ihm ihr Vermögen vermachen. Und diese Erbschaften sorgen nun offenbar dafür, dass das Insolvenzverfahren frühzeitig beendet werden kann. "Das wie ein Sechser im Lotto", sagt ein Insider.
Ob es seitens des Vorstandes bereits Pläne für eine Weiterführung des Vereins gibt, ist unklar. Ramona Bartels war für eine Stellungnahme bis Redaktionsschluss nicht erreichbar. Mehr darüber in der nächsten Ausgabe des WOCHENBLATT.