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Tunneldurchbruch beim Parkhaus am Winsener Bahnhof ist geschafft

Andreas Mayer (li.) und Ronny Müller freuen sich über den erfolgten Durchbruch
 
Die obere Etage des Parkhauses kann bei Bedarf um eine weitere aufgestockt werden
thl. Winsen. Auch wenn sich die Fertigstellung des Parkhauses am Winsener Bahnhof um rund drei Monate verzögert, nimmt der Neubau langsam aber sicher Formen an. Jetzt gab es einen weiteren großen Schritt auf der Baustelle: Der Durchstoß vom Parkhaus zum Fußgängertunnel des Bahnhofes ist geschafft. "Die Arbeiter müssen jetzt noch einen Teil der Betonwand wegstrahlen, damit anschließend die Wände des Übergangs gebaut werden können", so Winsens Bauamtsleiter Andreas Mayer bei einem Ortstermin. "Im Fachjargon sagt man: die Hochzeit mit dem Bahntunnel steht an."
Acht Betonblöcke mit einem Gewicht von etwa 1,2 Tonnen hatten die Arbeiter in den vergangenen Tagen aus der Wand gesägt, um den Durchbruch zu schaffen. Jetzt müssen noch einmal etwa zehn Tonnen Gestein entfernt werden, um den Anschluss des Parkhauses an den Tunnel sauber hinzubekommen. "Dafür wird es vor allem im Tunnel noch einige Tage laut", warnt Bauarbeiter Ronny Müller von der Firma Beton- und Monierbau. "Das Gestein wird mit einem Hochdruckwasserstrahl entfernt, der um die 3.000 bar hat. Dabei entsteht eine Lautstärke von bis zu 150 Dezibel."
"Derzeit läuft alles nach Plan. Wenn es keine weiteren Verzögerungen gibt, wird das Parkhaus zum 1. November eröffnet", sagt Andreas Mayer. Auch mit den für den Bau bewilligten 6,9 Millionen Euro komme man hin. Allerdings habe man zusätzliche 800.000 Euro benötigt wegen falscher Bodengutachten, kontaminierten Grundwasser und Hinterlassenschaften der Bahn im Erdreich (das WOCHENBLATT berichtete). "Um diese Summe streiten wir uns derzeit mit der Bahn, aber das zieht sich hin", so Mayer weiter.
540 Fahrzeuge sollen im Parkhaus Platz finden. "Damit können wir künftig das 'wilde Parken' im Bereich Viehhallenweg und An der Kleinbahn verhindern. Denn mit der Eröffnung des Parkhauses wird in den Straßen ein absolutes Parkverbot eingerichtet", berichtet Mayer. Grund: Die Pendler sollen das Parkhaus nutzen, auch wenn es Geld kostet. Etwa 120 Euro sollen Pendler pro Jahr für einen Stellplatz zahlen. Bei durchschnittlich 20 Arbeitstagen pro Monat abzüglich Urlaub kostet ein Platz etwa 55 Cent pro Tag. Allerdings nur, wenn man ein HVV-Ticket vorlegen kann. Gleiches gilt für Gelegenheitspendler, die dann mit einem Euro pro Tag an Parkgebühren dabei sind. Nicht gedacht ist das Parkhaus für andere Parker zu öffnen. Mayer: "Es werden Kontrollen durchgeführt. Und wer kein HVV-Ticket vorlegen kann, wird wie ein Falschparker behandelt." Übersetzte: Er muss dann mindestens zehn Euro zahlen. Hintergrund: Die Stadt bekommt für den Bau des Parkhauses EU-Förderungen. Und an die sind diese Parkregularien gebunden.
Bewirtschaftet wird das Parkhaus von den Stadtwerken, die auch eine Videoüberwachung installieren lassen. Neben den Pkw-Stellplätzen werden auch sechs Sammelkäfige für jeweils 50 Fahrräder geschaffen. Kostenpunkt pro Rad: 70 Euro pro Jahr. Mayer: "Haben wir anschließend noch Platz, werden auch Einzelboxen für Fahrräder aufgestellt. Denn die werden stark nachgefragt." Übrigens: Bekommt ein Radler auf dem Weg zur Bahn einen Platten, kann er sein Rad an einer Servicestation am Parkhaus abgeben und es abends repariert wieder abholen.
Das Parkhaus ist derzeit drei Etagen hoch, aber bereits für die Zukunft ausgelegt. Denn Winsen wächst nach wie vor weiter. "Deshalb können wir bei Bedarf schnell eine weitere Etage aufstocken", so Andreas Mayer.
• Wer einen Stellplatz im Parkhaus mieten möchte, kann sich im Rathaus bei der Pendlerbeauftragten Nicole Gutzler, Tel. 04171 - 657203 oder pendlerbeauftragte@stadt-winsen.de, melden