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"Umsatzeinbußen nicht zu verkraften": Geschäftsleute in Salzhausen und Gödenstorf befürchten fatale Folgen von geplanter Straßensanierung

Soll ab Ende 2017 saniert werden: die Ortsdurchfahrt von Gödenstorf entlang der L216
 
"Der Straßenverkehr muss aufrecht erhalten werden": Hans-Uwe Weyer, Vorsitzender des Verkehrs- und Kulturvereins Salzhausen (Foto: archiv/ce)
ce. Salzhausen/Gödenstorf. Starke Rückgänge bei den Kundenzahlen und Umsatzeinbußen bis hin zur drohenden Insolvenz - das befürchten viele Gewerbetreibende aus Salzhausen und Gödenstorf als Folge der geplanten Sanierung der Ortsdurchfahrt von Gödenstorf entlang der L216. Wie berichtet, will das Landesstraßenbauamt in Lüneburg Ende 2017 mit den Vorbereitungen der Sanierung starten und 2018 mit den eigentlichen, etwa neun Monate dauernden Erneuerungsarbeiten beginnen. Dabei sind nach jetzigem Stand teilweise Vollsperrungen unausweichlich. Der Verkehr soll von Gödenstorf unter anderem über Egestorf und Eyendorf nach Salzhausen zurückgeleitet werden.
"Der Pendlerverkehr und damit der Kundenzulauf von der A7 über Salzhausen nach Lüneburg wird verringert, da jeder Autofahrer, der nicht unbedingt diese Strecke - und damit die Umleitung - fahren muss, sie meiden wird", haben Geschäftsleute ihre Bedenken gegenüber dem Bauamt der Samtgemeinde geäußert. Viele Verkehrsteilnehmer würden umleitungsbedingt in Salzhausen die Abkürzung über den Kreuzweg in Richtung Lüneburg nehmen, dadurch nicht durch den Ort fahren und als Kunden wegbleiben. Die zu erwartenden Umsatzeinbußen seien für viele Händler und Betriebe "nicht zu verkraften".
Zur Vermeidung dieses Szenarios schlagen die Gewerbetreibenden vor, nur den Schwerlastverkehr über die Umleitungsroute zu führen. Für Pkw solle eine Ampellösung das Passieren der Baustelle ermöglichen. Auch die Beschilderung ab der A7 müsse genau geplant werden. "Sie darf Autofahrer nicht dazu verleiten, Salzhausen während der gesamten Bauphase weiträumig zu umfahren."

DAS SAGT DER VERKEHRS- UND KULTURVEREIN SALZHAUSEN:

"Im Interesse der Anwohner und Gewerbetreibenden im Baustellenbereich halten wir es für notwendig, den Straßenverkehr dort im Wechselverkehr für Pkw und Kleinlaster weiter aufrecht zu erhalten. Bei einer Vollsperrung der Straße besteht große Sorge bei den Betroffenen um die weitere Existenz ihrer Betriebe." Das sagt Hans-Uwe Weyer, Vorsitzender des Verkehrs- und Kulturvereins (VKV) Salzhausen, zu den Bedenken der örtlichen Geschäftsleute bezüglich der geplanten Sanierung der Gödenstorfer Ortsdurchfahrt (L216). Eine entsprechende Stellungnahme hat der VKV als Interessenvertretung von Gewerbetreibenden und Gastronomen der Region an den Landkreis Harburg geschickt, der Träger des Planfeststellungsverfahrens zur Sanierung ist.
Der Kreuzweg in Salzhausen - so appelliert der VKV an den Kreis - solle nicht als Umleitungsstraße eingerichtet werden, insbesondere weil es dort zu Gefahrensituationen für die Schüler von Oberschule und Gymnasium kommen könnte. Der VKV rät stattdessen zu einer Umleitung ab der Kreuzung Eyendorfer Straße/Bahnhofstraße. "Um die Geschäfte in Richtung des Ortsausganges von Salzhausen nach Gödenstorf nicht vom Straßenverkehr abzuschneiden, empfehlen wir eine Umleitung auch vom Salzhäuser Kreisverkehr aus in Richtung Eyendorf. In diesem Zusammenhang bitten wir um eine deutliche Beschilderung der Strecken", so Hans-Uwe Weyer.

DAS SAGEN DIE INDUSTRIE- UND HANDELSKAMMER UND DAS LANDESSTRAßENBAUAMT:

Die Geschäftsleute haben sich auch an die Industrie- und Handelskammer (IHK) Lüneburg-Wolfsburg gewandt, die die Auffassung von einer "geschäftsschädigenden großen Umleitungsstrecke" teilt. In einem Schreiben an das Landestraßenbauamt riet die IHK, die Salzhäuser Unternehmen "ab sofort eng in das weitere Vorgehen einzubinden und gemeinsam eine für alle verträgliche Lösung zu finden". Behördenchef Dirk Möller ließ die IHK daraufhin wissen, dass sein Amt parallel zur laufenden Planfeststellung ein Konzept für die Verkehrsführung in der Ortsdurchfahrt Gödenstorf während der Bauzeit erstellen lasse. Voraussichtlich Ende November würden erste Ergebnisse vorliegen und die Salzhäuser Gewerbetreibenden zeitnah darüber inforrmiert.
- Noch bis einschließlich Montag, 17. Oktober, können im Salzhäuser Rathaus (Rathausplatz 1) Einwände gegen das Sanierungsvorhaben und die Umleitung eingereicht werden. Die Eingaben müssen eigenhändig unterschrieben sein. Von Salzhausen werden die Stellungnahmen an den Landkreis weitergeleitet.