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Umstrittene Südumfahrung: Pattensener Bürger bekommen Unterstützung von Landtagsabgeordneter

Die Pattensener IG-Mitglieder und ihr Gast: Landtagsabgeordnete Susanne Menge (6. v. re.) folgte der Einladung der Interessengemeinschaft Pro Lebensqualität und machte sich ein Bild von der Verkehrssituation (Foto: IG Pro Lebensqualität Pattensen)
ce. Pattensen. Um sich ein Bild von der Verkehrssituation in Pattensen zu machen und von dem Bereich, in dem die Stadt Winsen und der Landkreis die umstrittene südliche Ortsumfahrung planen, besuchte Landtagsabgeordnete Susanne Menge (Grüne) kürzlich den Winsener Ortsteil. Sie sitzt im Landtagsausschuss für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr und ist Sprecherin der Grünen für die Bereiche Verkehr, Häfen und Schifffahrt. Menge folgte der Einladung der Pattensener Interessengemeinschaft Pro Lebensqualität (IG). Am Treffen nahmen auch Stadtratsmitglieder und -kandidaten, Kreistagskandidaten sowie von der Umfahrung betroffene Anwohner und Landwirte teil.
Die IG berichtete Susanne Menge von Pattensens "beklagenswerter Lage", der Knotenpunkt zweier starker Verkehrsströme zu sein. Zum einen fließe der Ost-West-Verkehr von der A7 von der Abfahrt Thieshope zur A39 an die Anschlussstelle Winsen-Ost über die Pattensener Hauptstraße, zum anderen nutze der Nord-Süd-Verkehr aus dem Raum Lüneburg und der Samtgemeinde Gellersen die Blumenstraße und die Pattensener Hauptstraße, um über die Anschlussstelle Winsen-West auf die A39 zu gelangen. Dadurch seien im Bereich der Pattensener Kirche um die 11.000 Fahrzeuge täglich gezählt worden. Viele Bürger forderten deshalb unter anderem ein Tempolimit von 30 Stundenkilometern zumindest in dem stark befahrenen Gebiet sowie eine innerörtliche Durchfahrtsbeschränkung für den Lkw-Transitverkehr (das WOCHENBLATT berichtete).
Der Bau einer Südumfahrung um Pattensen wird von der IG auch mit dem Verweis auf wissenschaftliche Studien abgelehnt. Diese würden belegen, dass Umfahrungen keine Verkehrsentlastung bringen, sondern - etwa durch die Ansiedlung zusätzlicher Logistikzentren - für ein noch höheres Verkehrsaufkommen sorgen. Zudem bestehe derzeit noch Unklarheit darüber, wer Bauträger des rund 40 Millionen Euro teuren Straßenprojektes in Pattensen werden soll. Auch bei Susanne Menge fand das Umfahrungsvorhaben keine Zustimmung. Sie versprach der IG, bei den zuständigen Ministerien nachzuhaken und sich für eine maßvolle Verkehrsberuhigung einzusetzen. Darüber hinaus regte sie die Teilnahme Winsens und seiner Ortsteile an einem Mobilitätskonzept der Landesregierung zur CO2-Reduzierung an, das in diesem Spätsommer realisiert werden solle. Darin würden etwa Tempolimits in belasteten Ortslagen ermöglicht. Das Vorhaben wird laut Menge von allen Parteien im Landtag befürwortet.