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Undurchsichtiges Spiel mit Raumpfleger

Abdulaye Ali soll jetzt wieder eingestellt werden
thl. Winsen. "Ich war wie vor den Kopf geschlagen, wusste überhaupt nicht, was los war", sagt Abdulaye Ali aus Winsen. Der gebürtige Afrikaner hat rund eineinhalb Jahre als Raumpfleger, angestellt bei der Firma Henning in Lüneburg, im Kirchenkreisamt gearbeitet. Dann ging es für zehn Tage in den Urlaub - und als er wieder kam, war er seinen Job los. "Ich wurde immer für meine Arbeit gelobt", sagt Ali. "Und plötzlich teilte mir meine Vorarbeiterin mit, dass die Kirche mich nicht mehr haben wolle."
Eigentlich eine nahezu alltägliche Sache, die auf dem zweiten Blick jedoch sehr undurchsichtig wirkt. Denn weder das Kirchenkreisamt noch die Firma Henning wollen schuld sein, schieben sich gegenseitig den "Buhmann" zu. "Wir haben nie gesagt, dass wir Herrn Ali nicht mehr haben wollen", sagt Superintendent Christian Berndt. "Das hat das Unternehmen entschieden, wir haben keinen Einfluss darauf, wer bei uns sauber macht", ergänzt Kirchenkreisamtsleiter Jan-Peter Bönsch.
Ganz anders hört sich dagegen die Stellungnahme der Firma Henning an. "Die Vertretung von Herrn Ali hat besser sauber gemacht als er. Deswegen wollte die Kirche die Frau behalten", sagt Prokuristin Jutta Müller. Das komme immer mal wieder vor, schließlich müsse man als Dienstleiter den Wünschen der Kunden entsprechen.
Wer hat nun recht in diesem undurchsichtigen Spiel? Fakt ist: Nachdem das WOCHENBLATT das Kirchenkreisamt mit der Geschichte konfrontiert hatte, schrieb das Amt - so die Aussage von Jutta Müller - eine Mail an das Reinigungsunternehmen, in der es hieß, dass Abdulaye Ali dort wieder anfangen könne, bevor die Geschichte in die Zeitung kommt.