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"Unhaltbare Wohnzustände"

Das Filmteam drehte mit (v. li.) Norbert Rath, Thomas Grambow, Matthias Hüte und Bernd Meyer
thl. Winsen. "Die Wohnzustände in den Plattenbauten im Albert-Schweitzer-Viertel sind katastrophal. Hier muss dringend Abhilfe geschaffen werden." So die Meinung von Norbert Rath (SPD), Bernd Meyer (Grüne), Matthias Hüte (Freie Winsener) und SPD-Landratskandidat Thomas Grambow, als sie jetzt in der Einsteinstraße von einem NDR-Team für die Sendung "Panorama 3" gefilmt wurden. Der Beitrag wurde gestern Abend ausgestrahlt (das WOCHENBLATT berichtete) und kann in der NDR-Mediathek noch einmal angeguckt werden.
"In vielen Wohnungen sind die Fenster und Türen undicht. Es zieht wie Hechtsuppe und es dringt Feuchtigkeit ein", so Norbert Rath. Die Folge sei gesundheitsgefährdende Schimmelbildung. Der Eigentümer, die mittlerweile insolvente Investmentgesellschaft Capricornus aus Berlin, habe sich kaum gekümmert, sondern die Häuser zerfallen lassen und nur fleißig die Miete kassiert. "Und der Insolvenzverwalter macht es der Gesellschaft nach", so Rath.
Die Stadt habe zwar ein Modernisierungs- und Instandsetzungsgebot gegen die Capricornus verhängt, aufgrund des Insolvenzverfahrens sei es aber nicht durchsetzbar, merkte Bernd Meyer an. Und Matthias Hüte fügte hinzu, dass es den Bewohner schwer zu vermitteln sei, dass die Stadt in dem Viertel in den Spielplatz- und Straßenbau investiere, nicht aber in die Sanierung der Wohnungen.
Norbert Rath regte an, dass die Stadt Winsen sich mit der Stadt Lüneburg, in der ebenfalls Capricornus-Wohnblocks stehen, zusammentut, eine Wohnungsgesellschaft gründet und dann die Häuser selbst verwaltet.
Gerne hätte das NDR-Team die Stadtverwaltung zu der Idee befragt, bekam jedoch keine Gelegenheit dazu. "Vor zwei Wochen haben wir uns bei Bürgermeister André Wiese angemeldet, da hieß es, er werde dabei sein", erzählt Redakteurin Martina Hauschild. "Als ich vergangene Woche den genauen Drehtermin mitteilte, hieß es plötzlich, er habe keine Zeit. Gleiches gelte für seine Vertreter sowie Mitarbeiter der Verwaltung." Und auch die CDU ließ sich trotz Kenntnis nicht bei dem Drehtermin blicken.