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Winsener Kinderbischöfe engagieren sich für Flüchtlingskinder

Im Garten mit Kindern einer Winsener Flüchtlingsunterkunft: die Kinderbischöfe mit Superintendent Christian Berndt und Lehrerin Karin Dick (Foto: Wilfried Staake)
ce. Winsen. Sie sind zwölf Jahre alt und möchten anderen Menschen Gutes tun - die sieben Winsener Kinderbischöfe. Seit Ende 2015 sind sie im Amt und überlegen gemeinsam mit Erwachsenen, wofür sie sich einsetzen möchten. In diesem Jahr haben die Kinderbischöfe Söhne und Töchter von Flüchtlingen in einer Unterkunft in der Luhestadt besucht.
Einmal monatlich boten Alexa Klein, Benedikt Ertle, Jennie Evers-Fischer, Laura Cordeddu, Maibrit Beecken, Marit Averdiek und Merit Junghans zusammen mit Superintendent Christian Berndt und Lehrerin Karin Dick vom Gymnasium Winsen einen Spielenachmittag an. Neben Fußball waren Brett- und Kartenspiele sehr gefragt. Gruppentänze kamen gut an, und auch Kinderlieder sangen die etwa 20, vorwiegend aus Syrien und dem Irak stammenden Jungen und Mädchen in der Unterkunft sehr gern.
"Was an keinem der Nachmittage fehlen durfte, war das Lied 'Mein Hut, der hat drei Ecken'", berichtet Christian Berndt. Er engagiert sich schon seit drei Jahren für Flüchtlinge im Kirchenkreis. "Es war aber nicht meine Idee, dorthin zu gehen, sondern die der jungen Bischöfe", betont der Seelsorger. Auch in den vergangenen Jahren standen Projekte für Kinder bei den jungen Bischöfen ganz hoch im Kurs.
Erstaunt waren die Kinderbischöfe, dass die Flüchtlingskinder "trotz allem noch so fröhlich sind". Dies war das einhellige Votum beim Abschlussgespräch, das jetzt stattfand. Den jungen Bischöfen haben die Besuche viel Freude gemacht, weil sie dadurch für ein wenig Abwechslung in der Unterkunft gesorgt haben.
"Aus unserer Sicht hat das Engagement zu einer großen Horizont-Erweiterung bei den jüngsten Ehrenamtlichen im Kirchenkreis geführt", resümiert Berndt. Karin Dick lobt die hohe Verlässlichkeit, mit der die Kinderbischöfe ihre Aufgabe wahrnahmen. Sie betreut schon seit neun Jahren das Projekt, zu dem sie damals durch den Kalender "Der andere Advent" inspiriert worden ist.
Die Tradition der Kinderbischöfe reicht bis ins Mittelalter zurück. Zu der Zeit durften Kinder für einen Tag Bischofsstab und -mütze - und damit die Macht - übernehmen. Sie konnten das anordnen, was ihnen am notwendigsten erschien. Heute gibt es Kinderbischöfe in etlichen Städten in Deutschland. Die Amtszeit der Winsener endet jetzt. Im November werden an mehreren Winsener Schulen ihre Nachfolger gewählt.