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"Wir fangen schrittweise an"

Die neue Laufgruppe hatte trotz aller Anstrengungen ihren Spaß (Foto: Maren Schiewe)
 
Auch das gehört dazu: Thomas Lipinski und Trainer Frank Plönnigs bei Dips zur Kräftigung der Arme (Foto: Maren Schiewe)
thl. Winsen. „In zehn Wochen fit für den Deichlauf“ heißt ein neuer Kursus beim TSV Winsen und verspricht den Teilnehmern vom Anfänger bis zum Wiedereinsteiger, dass sie beim traditionellen Event am 1. Mai in der Lage sind, die Fünf-Kilometer-Strecke zu laufen. Aber funktioniert das auch wirklich? Dies will ich, WOCHENBLATT-Redakteur Thomas Lipinski, testen. Ich gehe zwar mehrmals pro Woche ins Fitnessstudio, doch mit dem Laufen hatte ich es bisher eigentlich noch nie so. Zumindest nicht mehr, seit dem ich vor etlichen Jahren meine Fußballschuhe an den Nagel gehängt habe. Im Fitnessstudio kann ich mich mehr für die Hanteln als für das Laufband begeistern. Sollte ich es doch mal beschreiten, walke ich lieber mit schöner Steigung, anstatt zu laufen. „Schneckenpieksen“ ohne Stöcke, sage ich immer dazu.
Am Montag startete der Kursus. Insgesamt zehn Teilnehmer fanden sich auf dem Jahnplatz ein und lauschten gespannt den Instruktionen von Trainer Frank Plönnigs. „Wir werden schrittweise anfangen, so wie ich auch damals.“ Schrittweise bedeutet eine Minute laufen und eine Minute gehen, das Ganze jeweils 16 Mal.
Bei Trockenheit und Temperaturen um die Null Grad geht es nach einer kurzen Aufwärmphase los. „Wir drehen eine Runde um das Sportgelände durch den Wald“, kündigt Frank Plönnigs an, der mit einer Trillerpfeife den Beginn und das Ende der Laufeinheiten anzeigt. Das Problem dabei: Mit zunehmender Zahl der Einheiten hat man das Gefühl, dass die eine Minute Gehen immer kürzer und die Laufminute immer länger wird.
Nach acht Wechseleinheiten kommen wir wieder auf dem Sportplatz an. Zeit für eine kurze Trinkpause und Kraftübungen, wie z.B. Liegestütze, Kniebeugen und Dips. Knapp fünf Minuten später geht es auch schon weiter. „Die nächsten acht Einheiten warten“, ruft Plönnigs. Mittlerweile bleibt nicht nur mir die Luft etwas mehr weg. Auch andere Teilnehmer fangen an, leise zu japsen. Trotzdem gelingt es der Gruppe, immer zusammen zu bleiben. Dabei fällt auf, dass die Uhr des Trainers kaputt sein muss. Denn gefühlt betragen die Gehpausen nur noch wenige Sekunden, während die Laufeinheiten sich auf fünf Minuten ausdehnen. Und auch mit dem Zählen scheint der Trainer ein Problem zu haben. Während man gedanklich schon bei Einheit Acht ist, kommt von ihm die Ansage: „Das war jetzt Lauf Nummer fünf.“ Wie gesagt: alles gefühlt. Aber ich spiele mit dem Gedanken, mir nächstes Mal selbst eine Stoppuhr mitzubringen und eine Strichliste zu führen. Meine Mitläufer finden die Idee nicht schlecht.
Dann haben wir es endlich geschafft. „Wir sind heute rund 3,5 Kilometer gelaufen. Nicht schlecht für den Anfang“, lobt Frank Plönnigs die Teilnehmer und verteilt „Hausaufgaben“: „Diese Einheit müsst ihr diese Woche noch einmal wiederholen. Optimal wäre dann eine weitere Trainingseinheit, bei der ihr Herz und Kreislauf in den Schwung bekommt.“ Damit habe ich als Fitnessstudio-Freak zum Glück kein Problem.
Nächsten Montag geht es weiter. „Wir werden nach und nach die Laufzeiten erhöhen“, kündigt Frank Plönnigs an. Und gibt meiner Hoffnung, dass sich dann auch die Pausen verlängern, gleich einen Dämpfer: „Die Gehzeiten bleiben zunächst bei einer Minuten, werden aber nach und nach weiter reduziert.“ Na, da steht mir ja noch was bevor. Aber egal, mein festes Ziel ist es, am 1. Mai die Fünf-Kilometer-Strecke zu schaffen - und zwar in einer annehmbaren Zeit.