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"Wir müssen erreichbar bleiben!": Geplante Sanierung der Ortsdurchfahrt Gödenstorf sorgt für Unruhe bei Gewerbetreibenden

Noch fließt der Verkehr hier reibungslos: die Ortsdurchfahrt von Gödenstorf entlang der L216
 
Wird während der Sanierungsarbeiten womöglich schwer zu erreichen sein: die SB-Tankstelle von Dieter Vick an der L216
ce. Salzhausen/Gödenstorf. Der Countdown läuft: Ende dieses Jahres will die Landesstraßenbaubehörde Lüneburg mit den Vorbereitungen für die Sanierung der Ortsdurchfahrt von Gödenstorf entlang der Landesstraße 216 beginnen. Die etwa bis zu neun Monate dauernden Sanierungsarbeiten selbst starten in 2018. Dabei sind nach derzeitigem Stand teilweise Vollsperrungen der Straße wahrscheinlich unumgänglich. Der Verkehr soll von Gödenstorf unter anderem über Egestorf und Eyendorf nach Salzhausen umgeleitet werden. Aussichten, die besonders die Gewerbetreibenden in Gödenstorf, die einen drastischen Kundenrückgang befürchten, besorgt in die Zukunft blicken lassen.
"Ich hoffe, dass unser Betrieb über eine Stichstraße oder anderweitig erreichbar bleibt. Andernfalls würde es wahrscheinlich das Aus fürs Geschäft bedeuten", sagt Dieter Vick, der seit vielen Jahrzehnten eine SB-Tankstelle direkt an der L216 betreibt. "Ich kann die Tankstelle nicht vorübergehend für die Dauer der Bauarbeiten schließen, denn aufgrund extremer Behördenauflagen müssen die Gebäudesicherung, die Wasseraufbereitung und der Ölabscheider weiterlaufen bzw. regelmäßig kontrolliert werden", betont Vick. Von den Sanierungsmaßnahmen besonders stark betroffene Unternehmen in der Region müssten verkehrstechnisch und vor dem Hintergrund der zu erwartenden Umsatzeinbußen auch wirtschaftlich unterstützt werden.
Imker Wolfgang Stöckmann, der einen Steinwurf von der Tankstelle entfernt sein Traditionsunternehmen mit Verkaufsgeschäft führt, mahnt: "Die Maßnahme sollte so schnell wie möglich mit den geringstmöglichen Belastungen für die Anlieger durchgezogen werden. Auch die hiesige Gastronomie wird die Auswirkungen der Maßnahmen zu spüren bekommen."
"Wir nehmen die Sorgen und Nöte der Gewerbetreibenden ernst. Ein endgültiges Konzept für die Sanierung der Ortsdurchfahrt und die damit verbundenen Umleitungen gibt es noch nicht, da das Planfeststellungsverfahren noch läuft. Vollsperrungen sind aber anzunehmen", erklärt Annette Padberg, Leiterin des Fachbereiches Planung beim Landesstraßenbauamt, auf WOCHENBLATT-Anfrage. Das Konzept werde mit der Baufirma und allen weiteren beteiligten Institutionen abgestimmt. "Ohne Beeinträchtigungen für Anlieger und Verkehrsteilnehmer wird es aber nicht gehen. Wir werden die Bauarbeiten jedoch so vornehmen, dass Geschäfte erreichbar bleiben - wenn nicht auf direktem Wege, dann durch andere Zufahrten", so Padberg.

- DAS SAGT DER VERKEHRS- UND KULTURVEREIN SALZHAUSEN:
• Der Verkehrs- und Kulturverein (VKV) Salzhausen hat gegenüber dem Landesstraßenbauamt im Interesse der Anwohner und Gewerbetreibenden im Gödenstorfer Baustellenbereich erneut gefordert, "den Straßenverkehr für Pkw und Kleinlaster unternehmerfreundlich weiter aufrecht zu erhalten". Eine Vollsperrung hätte die "große Sorge bei den Betroffenen um die weitere Existenz ihrer Betriebe" zur Folge, betont VKV-Vorsitzender Hans-Uwe Weyer.

- DAS SAGT SAMTGEMEINDEBÜRGERMEISTER WOLFGANG KRAUSE:
• "Es ist der Kommunalpolitik bewusst, dass diese Sanierung insbesondere die Gewerbetreibenden in Gödenstorf und Oelstorf in einem erheblichen Maße betreffen wird. Gerade deshalb begrüßen wir es ausdrücklich, dass die Landesstraßenbaubehörde vor Beginn des eigentlichen formalrechtlichen Verfahrens den Dialog mit den betroffenen Gewerbetreibenden sucht", sagt Samtgemeindebürgermeister Wolfgang Krause auf WOCHENBLATT-Anfrage . "Wir werden diesen Planungsprozess auch in Zukunft sehr eng und kritisch begleiten."
Im Zuge der Sanierung der L216 sei auch die Kreisstraße 75, die Gödenstorf und Lübberstedt verbindet, bezüglich der Erneuerung des Entwässerungssystems betroffen. Die K75 müsse aber ebenfalls komplett bis Lübberstedt saniert werden, was seit Jahren überfällig sei. "Der Landkreis hatte zugesagt, ein Sanierungskonzept der K75 bis Spätherbst 2016 vorzulegen. Das ist bis heute nicht erfolgt. Deshalb fordern wir den Kreis an dieser Stelle nachdrücklich dazu auf, ein mit der Landesstraßenbaubehörde abgestimmtes Gesamtkonzept zur Sanierung beider Straßen jetzt kurzfristig vorzulegen", so Krause. "Mit großer Irritation" habe er erfahren, dass das Straßenbauamt im Rahmen der Abstimmungsgespräche mit dem Kreis von diesem über die geplante Sanierung der K75 "bis heute nicht informiert worden" sei. Wolfgang Krause: "Im Namen der Räte der Samtgemeinde und der Gemeinden Gödenstorf und Salzhausen werde ich mit großem Nachdruck ein abgestimmtes Gesamtkonzept zur Sanierung der L216 und der K75 einfordern."