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"Wir wollen die Vorfälle sachlich diskutieren": Landkreis Harburg zu Strafanzeigen gegen Asylbewerber und Reaktionen der rechten Szene

Nahmen Stellung zu den Vorfällen: Johannes Freudewald (li.) und Reiner Kaminski
ce. Winsen. "Wir können die Vorfälle nicht dulden. Sie dürfen aber auch nicht für ausländerfeindliche Propaganda missbraucht werden. Wir wollen die Diskussion auf die sachliche Ebene zurückholen." Das sagt Johannes Freudewald, Pressesprecher des Landkreises Harburg. Er nimmt damit Stellung zu Reaktionen auf Straftaten, die Asylbewerber in Buchholz und Tostedt begingen.
Das ist geschehen: Weil acht Flüchtlinge in der Unterkunft in Buchholz strafrechtlich aufgefallen waren, teilte man sie auf und brachte sie unter anderem nach Tostedt. Dort wurden gegen zwei von ihnen drei Anzeigen wegen Ladendiebstahls erstattet und Strafverfahren eingeleitet. Dies war laut Landkreis für die rechtsradikale Tostedter Szene Anlass genug, mit nächtlichen Hupkonzerten und NPD-Aufklebern "Asylheim - Nein danke!" zu reagieren.
"Das deutsche Asylrecht darf nicht durch solche negativen Vorkommnisse in Misskredit gebracht werden", sagt Kreis-Sozialdezernent Reiner Kaminski. "Die ankommenden Flüchtlinge brauchen unseren Schutz. Bei Strafverfahren werden sie gleichwohl behandelt wie jeder andere Mensch."
Um derartige Vorfälle künftig zu verhindern, haben Kreis, Kommunen und Ausländerbehörde mit Polizei und Unterkunftsbetreibern eine enge Kooperation vereinbart. Zudem hält die Polizei Kontakt zu den Ladenbesitzern. "Wir möchten das positive Klima der Willkommenskultur in Tostedt erhalten", so Kaminski.
• Unter dem Motto "Willkommen in Tostedt" begrüßen verschiedene örtliche Institutionen am Samstag, 24. Mai, die derzeit 33 in der Nordheide-Gemeinde lebenden Asylbewerber. Vor dem Rathaus wird dann ein "House of Tolerance" errichtet.