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Wolfsrisse bereiten Kreis-Jägerschaft Kopfzerbrechen

Gratulation zur Ehrung: die Ausgezeichneten mit dem JLH-Vorsitzenden Horst Günter Jagau (re.), Landrat Rainer Rempe (4. v. li.) und Kreisjägermeister Norbert Leben (2. v. li.) (Foto: Heribert Strauch)
ce. Tostedt. Auf eine "Besorgnis erregende Situation" bezüglich der Sterbefälle beim Muffelwild wies Kreisjägermeister Norbert Leben kürzlich auf der Jahreshauptversammlung mit Hegeschau der Jägerschaft Landkreis Harburg (JLH) hin, die in Tostedt stattfand. Es habe in 2017 - insbesondere vermutlich durch Wolfsrisse - eine Verzehnfachnung bei den als Fallwild verendeten Tieren gegeben. "Hier muss die Frage erlaubt sein, ob wir eine Tierart - nämlich den Wolf - so bevorzugen, dass zu seinen Gunsten die Gattung der Muffel aufgegeben wird", gab Norbert Leben zu bedenken.
Während vielerorts von einer "Explosion" der Schwarzwildbestände die Rede gewesen sei, hätten die Jäger im Kreis Harburg 149 Tiere mehr geschossen als noch im Vorjahr. Norbert Leben appellierte an die Waidmänner und -frauen, in Zeiten der Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) von den osteuropäischen Ländern aus das Schwarzwild weiterhin mit Nachdruck zu bejagen, gleichzeitig aber nie den nötigen Respekt vor ihm zu verlieren. Der als Gast auf der Versammlung anwesende Landrat Rainer Rempe erklärte, ein Ausbruch der ASP auch in der Region wäre mit hohen Kosten verbunden. Er ermahnte daher die Anwesenden, bei Fallwild die entsprechenden Proben vorzunehmen. Rempe bescheinigte der Jägerschaft einen weit über Niedersachsen hinausreichenden "hervorragenden Ruf" und bedankte sich für den gewissenschaften Einsatz in den Revieren.
Jägerschafts-Vorsitzender Horst Günter Jagau berichtete, dass die Landesregierung in Hannover sich verstärkt des Themas Wolf annehmen wolle. "Aber so einfach wird das nicht gehen, da der Wolf weiterhin in Europa den höchsten Schutz genießt", so Jagau.
Der JLH-Chef zeigte sich erfreut, dass sich der Schießstand in Garlstorf wirtschaftlich trage und dort im vergangenen Jahr vier Meisterschaften ausgetragen wurden.
Eine Ehrenurkunde für 25-jährige Mitgliedschaft im Deutschen Jagdverband erhielt der CDU-Bundestagsabgeordnete Michael Grosse-Brömer, der auch Gast der Versammlung war. Mit der Verdienstnadel in Bronze der Landesjägerschaft Niedersachsen (LJN) wurden ausgezeichnet: Michael Becker (Tostedt), Peter Lange, Wolfgang Schalowski (beide Handeloh), Otto Twesten (Drage), Anke Peper (Hanstedt) und Helge Lütjens (Winsen). Die LJN-Verdienstnadel in Silber ging schließlich an Paul Marin (Rosengarten).