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"Wollen vernünftiges Zusammenleben": Schäferin Andrea Herold aus Inzmühlen zur Wolfsproblematik

Schafhalter-Demonstration im Kreishaus: Zu den Teilnehmern gehörte auch Schäferin Andrea Herold (3. v. re.) (Foto: archiv/ce)
ce. Winsen/Inzmühlen. "Wir wollen die Wölfe nicht ausrotten, sondern ein vernünftiges Zusammenleben." Das betonte Schäferin Andrea Herold aus Inzmühlen am Rande der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Umwelt- und Klimaschutz im Winsener Kreishaus. Dort stand das Thema Wolfspopulation zur Debatte. "Es muss möglich sein, einen auffälligen, aggressiven Wolf zu entnehmen, bevor der Schaden groß wird", erklärte Herold, die gegenüber dem WOCHENBLATT ihre Situation schildert.
"In unserem Hütegebiet hat die Zahl der Wölfe drastisch zugenommen", so Andrea Herold. Ihre Herde werde nachts in wolfsdichten Festzäunen untergebracht. Beim Hüten während des Tages sei es zum Übergriff durch einen Wolf gekommen.
"Die Wölfe schleichen jede Nacht um diese Zäune und versuchen einzudringen. Dieser Stress für die Schafe über Jahre führt zu Verlammungen und unzureichenden Bedeckung. Dieses Jahr wurden 170 statt bisher 350 Lämmer geboren", berichtete die Schäferin. "Wir haben keinen nachweisbaren Riss oder Biss, aber einen direkten
Schaden von 15.000 Euro durch das Fehlen der Lämmer."
Seit Oktober vergangenen Jahres habe es 32 Wolfssichtungen gegeben, die korrekt gemeldet wurden. Zudem habe sich im Hütegebiet ein Rudel gebildet, das aber noch nicht amtlich bestätigt sei. "Solange dieses Rudel nicht bestätigt ist und kein Riss oder Biss existiert, wird es sehr schwierig, eine Entschädigung zu erhalten", räumte Andrea Herold ein.
Sie begrüßte, dass die Nutztierhalter "volle Unterstützung vom Landkreis" bekommen. Zudem sei der Kreis behilflich bei der Aufklärung, warum das Rudel mitsamt Nachwuchs in den Aufzeichnungen über den Hütebereich bislang nicht zu finden sei.