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Zoff um Kirchenbrief

Ist auf Zinne: Heinrich Schröder
St. Marien-Gemeinde will Beleuchtung erneuern und lädt Zorn auf sich

thl. Winsen. "Wir wissen noch nicht, ob es noch unsere St. Marien-Gemeinde ist, wenn Sie nicht zur Besinnung kommen." Mit diesem Satz endet ein offener Brief von SPD-Ratsherr Heinrich Schröder und seiner Frau Anita an den Kirchen-Vorstand und drückt den ganzen Zorn aus, die die Schröders (und auch andere Gemeindeglieder) in sich haben.
Was ist passiert? Unter dem Motto "Neues Licht für St. Marien" hat die Kirche einen Spendenaufruf gestartet, um 30.000 Euro zu sammeln. Hauptgrund: Die elektrische Steuerung der Deckenleuchten ist nach 20 Jahren defekt und soll saniert werden. In diesem Zuge sollen die Lampen auf LED umgestellt werden. Daneben will die Kirche farbige Strahler anschaffen, um eine sogenannte Architekturbeleuchtung hinzubekommen. Hintergrund: Bei der langen Nacht der Kirchen 2013 und am Reformationstag 2017 wurde das Kirchenschiff bereits in farbiges Licht getaucht. "Das fanden viele Besucher sehr schön", sagt Kirchensprecher Wilfried Staake.
Offenbar aber nicht alle. Von Disco-Licht-Effekten ist die Rede bei den Kritikern. "Die Idee ist uns sauer aufgestoßen, sie ist völlig an der Realität vorbei", schreiben die Schröders. Kaum habe Winsen 100 Prozent erneuerbare Energien erreicht, wolle die Kirche sie wieder verschwenden. "Es reicht doch schon, wenn die Stadt jährlich 40.000 Euro für die 'Blaue Stunde' in den Müll wirft", so Heinrich Schröder. Man habe kein Verständnis für eine solche Verschwendung und gebe sein Geld dann lieber woanders hin, wo es besser angelegt sei, so die Schröders in ihrem Brief weiter. "Unsere Kirchengemeinde sollte sich endlich mal wieder auf ihren ursprünglichen Auftrag erinnern, der ihr von der Bibel vorgegeben ist: Selbst keine Reichtümer anzuhäufen, sondern Bedürftigen zu helfen", sagt Schröder.
Ist die Kritik denn berechtigt? Staake räumt ein, dass der Brief etwas unglücklich formuliert sei. "Ende Januar/Anfang Februar wird es zu dem Thema aber eine öffentliche Infoveranstaltung in der Kirche geben, bei der das Beleuchtungskonzept von Fachleuten erläutert wird", so der Kirchensprecher. Der genaue Termin wird rechtzeitig im WOCHENBLATT bekanntgegeben.