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"Zwei-Meter-Hecke lädt Diebe ein": Polizei informiert Bürger über Einbruchschutz

"Einbrecher benutzen oft Fahrzeuge mit Kurzzeit-Kennzeichen" (v. re.): Michael Stolze, Heinz-Walter Johanßon, Hermann Pott und Wolfgang Krause beim Infoabend
 
"Vorsicht! Wachsamer Nachbar": Mit dieser Aktion appelliert die Polizei an die Aufmerksamkeit der Bürger (Foto: Polizeiinspektion Harburg)
ce. Salzhausen. "Eine Zwei-Meter-Hecke um ein Grundstück ist kein Schutz vor Einbrechern, sondern eine Einladung für sie! Wenn die Gauner das Haus ausräumen, können sie sicher sein, nicht von den Nachbarn gesehen zu werden." Das stellte Heinz-Walter Johanßon, Beauftragter für Kriminalprävention bei der Polizeiinspektion (PI) Harburg, jetzt in Salzhausen klar. Anlass war ein öffentlicher Infoabend zum Thema Einbruchschutz, den die PI und die Samtgemeinde Salzhausen veranstalteten. Zu den weiteren Referenten gehörte Salzhausens Polizeichef Michael Stolze.
Ein Anstoß für die Veranstaltung war ein WOCHENBLATT-Bericht, in dem nach mehreren Einbrüchen in Eyendorf besorgte Dorfbewohner eine stärkere Polizeipräsenz gefordert hatten.
Michael Stolze machte darauf aufmerksam, dass die Zahl der Wohnungseinbrüche im Landkreis Harburg von 966 im Jahr 2015 leicht auf 959 in 2016 zurückgegangen sei. "Dennoch liegt der Landkreis bei diesen Delikten niedersachsenweit weiterhin auf dem zweiten Platz hinter der Region Hannover", gab Stolze zu bedenken. Als von Dieben besonders stark frequentierte Städte und Kommunen führte Heinz-Walter Johanßon Buchholz, Winsen, Seevetal und Neu Wulmstorf aufgrund der dichten Wohnbebauung auf. Im nicht so dicht besiedelten Heidebereich würden weniger Einbrüche registriert. Bei den Gaunern handele es sich überwiegend um internationale Tätergruppen.
Ein "Signal zum Einbruch" sei für viele Täter ein Einfamilienhaus mit Doppelcarport, das vormittags leersteht. "Die Einbrecher gehen davon aus, dass niemand da ist und verschaffen sich Zutritt zum Grundstück. Wenn sie dennoch von den Bewohnern überrascht werden, reden sie sich etwa damit raus, dass sie sich bei der Suche nach einem Bekannten in der Hausnummer geirrt haben", schilderte Johanßon die Masche. Als Fahrzeuge benutzten die Täter vorwiegend alte Pkw-Modelle, die sie "per Handschlag" kaufen und oft mit Tages-Kurzzeitkennzeichen ausstatten. Mit diesen Kennzeichen gingen sie bei abgemeldeten Wagen im Falle einer Verkehrskontrolle "auf Nummer sicher".
"Ein Einbruch verletzt die Privat-Intimsphäre der Betroffenen und oft auch deren Seele", blickte Michael Stolze auf die Folgen der Tat. 70 Prozent der Opfer hätten seelische Probleme und erhebliche Ängste. 63 Prozent litten unter Schlafstörungen, und 88 Prozent hätten Angst vor einem erneuten Einbruch.
"Wir bekommen die Einbrüche in den Griff", gaben sich Michael Stolze und Heinz-Walter Johanßon auch angesichts der rückläufigen Fälle zuversichtlich. An die Teilnehmer des Info-Abends appellierten sie, ein "wachsamer Nachbar" zu bleiben und verdächtige Beobachtungen der Polizei zu melden. Johanßon riet dazu, Häuser und Wohnungen bestmöglich zu sichern, "damit die Einbrecher kein leichtes Spiel haben".
Eine stärkere Polizeipräsenz in der auch für Hanstedt zuständigen Salzhäuser Station sei vorerst nicht möglich, "weil nicht genügend Personal vorhanden ist", erklärte Stolze. "Die derzeitige Personalausstattung ist eine politische Entscheidung des Landes Niedersachsen", räumte Salzhausens Samtgemeindebürgermeister Wolfgang Krause ein. Er nahm gemeinsam mit Ordnungsamtsleiter Hermann Pott an der Veranstaltung teil. "Die hauptamtlichen Bürgermeister im Landkreis fordern vom Land seit langer Zeit, mehr Polizisten in der Region einzustellen - bislang ohne Erfolg", bedauerte Krause.
- Auskünfte zum Einbruchschutz erteilt Heinz-Walter Johanßon bei der PI Harburg unter Tel. 04181 - 285108. Infos auch unter www.k-einbruch.de.