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Anwohner sind auf Zinne - Gemeinde Stelle will neues Baugebiet "Hohes Fed-Süd" in aller Eile durchboxen

Diesen Bereich soll das Baugebiet "Hohes Feld-Süd" umfassen (Foto: Gemeinde Stelle)
thl. Stelle. "Aufgrund der ungebrochen hohen Nachfrage nach Baugrundstücken im Gemeindegebiet soll im Anschluss an der bestehenden Wohnbebauung südlich der Baugebiete Am Wasserturm und Am Schlatthorn eine Arrondierungsfläche zur Verfügung gestellt werden. Es handelt sich hierbei um eine derzeit ackerbaulich genutzte Fläche, die über bereits bestehende Erschließungsstraßen im Norden angebunden werden kann." So steht es in der Vorlage für den Ortsentwicklungsausschuss der Gemeinde Stelle, der sich am Montag, 11. September, um 19 Uhr im Rathaus trifft, um über einen Bebauungsplan für den Bereich "Hohes Feld-Süd" zu diskutieren.
Und diese Vorlage sorgt für jede Menge Zündstoff. Denn die betroffenen Anwohner gehen gegen die Planung auf die Barrikaden. "Beim Kauf unserer Grundstücke hat uns die Gemeinde damals zugesichert, dass wir immer einen unverbaubaren Ausblick behalten", ist ihr größter Kritikpunkt. "Jetzt will die Verwaltung plötzlich nichts mehr davon wissen und versucht auch noch die Politiker zu übertöpeln, in dem sie das Thema in den Ausschuss und zwei Tage später schon durch den Verwaltungsausschuss schieben will. Dort sollen dann Nägel mit Köpfen gemacht werden."
Bei der Planung geht es um ein knapp 10.000 Quadratmeter großes Areal, das derzeit als Maisfeld genutzt wird. Die Haupterschließung soll über die K22 (Unter den Linden) erfolgen, eine weitere Zufahrtsstraße soll von der Straße Am Schlatthorn gebaut werden. Die Gemeinde möchte in diesem Gebiet vor allem die folgenden Punkte verwirklichen:
• Die Grundstücke sollen durch noch festzulegende Vergaberichtlinien primär an Steller Bürger verkauft werden
• Die Grundstücke sollen nicht zu groß werden, so dass es jungen Familien aus der Gemeinde finanziell möglich ist, Grundstücke zu erwerben.
• Das Areal soll optisch ansprechend und dem örtlichen Charakter angepasst gestaltet werden
• Eine alternative energetische Versorgung des Gebietes ist angedacht
• In einem Teilbereich soll auch bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden (Mehrfamilienhaus, Reihenhaus)
Den betroffenen Anwohnern kommt die Sache suspekt vor. "Das, was geplant ist, lässt sich auf dem einen Hektar kaum verwirklichen", sagen sie. Da der Bereich "Hohes Feld-Süd" aber eigentlich auch viel größer ist, befürchten sie, dass es nach und nach zu einer Erweiterung des Gebietes kommt. Und es gibt noch weitere Bedenken: "Es ist zwar schön, dass die Gemeinde wachsen soll. Aber für die Infrastuktur wird nichts getan. Dabei platzen die Kindergärten und Schulen schon jetzt aus allen Nähten."
• Die Gemeinde war zu keiner weitergehenden Stellungnahme bereit. Ein im Rathaus mit dem WOCHENBLATT anberaumter Gesprächstermin wurde eine halbe Stunde vorher abgesagt.