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"Betreuung aus einer Hand"

Fordern die Stadt zum Handeln auf (v. li.): Dr. Erhard Schäfer, Brigitte Netz und Andreas Waldau
thl. Winsen. "Die Zeit drängt. Wir brauchen dringend Rahmenrichtlinien, um die Anträge für die Ganztagsgrundschulen fristgerecht abzugeben", sagen Brigitte Netz (SPD), Dr. Erhard Schäfer (Gruppe Grüne/Linke) und Andreas Waldau (Freie Winsener). Diese Richtlinien hätten die Schulleiter bereits vor den Sommerferien von der Stadt gefordert, jedoch keine Antwort erhalten. Deswegen hat das Trio jetzt einen politischen Antrag für den zuständigen Fachausschuss und den Stadtrat eingebracht. Denn die Zeit drängt. Der Antrag zur Einführung der Schulform muss bis zum 1. Dezember beim Land gestellt werden. Und dem Antrag muss ein umfangreiches Konzept beigelegt werden.
Die drei Fraktionen fordern, dass die Stadt den Eltern der Ganztagsgrundschüler ein Bildungs- und Betreuungsangebot aus einer Hand bietet. "Und zwar länger als die Schulzeit, die um 15.30 Uhr endet, und auch freitags", so Netz. Hintergrund: freitags endet die Ganztagsgrundschule bereits um 13 Uhr. Das ist viel zu früh für berufstätige Eltern. Das ist aus einer von der Stadt durchgeführten Umfrage ersichtlich: 33 Prozent der Eltern benötigt einer Kinderbetreuung bis 17 Uhr, 37 Prozent auch am Freitag und sogar 57 Prozent in den Ferien.
"Mit dieser Umfrage hat die Stadt bei den Eltern Erwartungen geweckt, die sie aber bisher nicht einhält", so die drei Politiker. Das Problem: Geht die Ganztagsschule bis 15.30 Uhr, würden die Kinder anschließend für gut eine Stunde in den Hort wechseln. Diese Art "Rumpfbetreuung" wollen die Träger der Einrichtungen aber nicht mitmachen. Die Lösung dafür sieht das Trio in dem neuen Schulerlass des Ministeriums, der eine Kooperation mit Vereinen und Trägern der Jugendhilfe zulässt. "Dadurch könnten die Hortträger quasi in den Nachmittags-Schulbetrieb einsteigen und eine durchgehende Betreuung bis 17 Uhr oder sogar darüber hinaus gewährleistet sein" so Andreas Waldau. Der Vorteil für die Kinder: sie hätten einen sicheren Rückhalt in einer Stammgruppe, die nicht mehr als 20 Kinder umfasse, und eine feste Bezugsperson.
Laut den Fraktionen soll die Ganztagsgrundschule mit diesem Betreuungsangebot im kommenden Jahr zunächst in den ersten beiden Klassen starten. Und zwar an den Grundschulen der Hanseschule, der Schule am Borsteler Grund, der Schule am Ilmer Barg und deren Außenstelle in Luhdorf. In Pattensen soll der Betrieb zum Schuljahr 2017/2018 starten. Dann sollen an den anderen Schulen auch die dritten und vierten Klassen einbezogen werden.
Knackpunkt an der Geschichte sind - wieder einmal - die Kosten. Mit rund 90.000 Euro pro Schule pro Jahr rechnen die drei Fraktionen. "Die Mittel können an anderen Stellen im Haushalt eingespart werden", so die Politiker. Steuererhöhungen werde es deswegen jedenfalls nicht geben, ebenso wenig wie höhere Elternbeiträge. Bleibt letztlich nur die Frage, wie die drei Fraktionen ihren Antrag gegen die konservative Mehrheit im Stadtrat durchbringen wollen. "Vielleicht bekommen wir die Winsener Liste mit ins Boot, die sich auf ihrer Homepage ja für eine effektive und vor allem kostenfreie Kinderbetreuung einsetzt", so die Hoffnung des Trios.