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Birgit Eckhoff: "Die SPD will mich nicht"

Abgesägt? SPD-Ratsfrau Birgit Eckhoff (Foto: SPD Winsen)

Haben die Sozialdemokraten eine „altgediente“ Ratsfrau vor der Kommunalwahl abgesägt?

thl. Winsen. Neuer Zoff in der Winsener SPD. Wie schon vor rund fünf Jahren fliegen auch diesmal pünktlich zum Auftaktes des Kommunalwahlkampfes bei den Sozialdemokraten die Fetzen. Grund: Birgit Eckhoff (58), seit zehn Jahren Mitglied im Winsener Stadtrat, wurde bei der Listenaufstellung nicht berücksichtigt. Oder einfacher gesagt: offenbar abgesägt.
„Mit vielen neuen Kandidaten bilden wir ein starkes Team für die nächsten fünf Jahre“, heißt es in einer Pressemitteilung der SPD, in der über die Listenaufstellung berichtet wird und für die Benjamin Qualmann verantwortlich zeichnet. Weiter heißt es darin: Auf Listenplatz 1 wurde Benjamin Qualmann (36) gewählt. Gegen ihn kandidierte Birgit Eckhoff, die im Mitgliedervotum jedoch deutlich unterlag und im Anschluss darauf verzichtete, für weitere Plätze zu kandidieren.
„Stimmt nicht“, sagt Eckhoff. „Die SPD will mich nicht auf ihrer Liste haben, da ich in ihren Augen nicht Ortsvereins-treu bin.“ Sie spreche eben mit allen Parteien, um den Willen des Bürgers umsetzen zu können. Und damit habe sie sich augenscheinlich in ihrer Partei unbeliebt gemacht. „Ich finde es sehr schade, da ich immer versucht habe, viel für Winsen zu machen und auch noch viel vorhatte. Deswegen hätte ich gerne kandidiert, akzeptiere das jetzt aber“, sagt Birgit Eckhoff. Immerhin habe die Kreis-SPD sie für die Kreistagswahl nominiert.
Sind die Zwistigkeiten, die es schon vor fünf Jahren bei den Sozialdemokraten gab, immer noch nicht beendet? Dazu will Birgit Eckhoff nichts sagen. Aber: „Es stehen mit Qualmann, Brigitte Netz und Heinrich Schröder nur noch drei der jetzigen zehn Ratsmitglieder auf der Wahlliste. Das spricht doch für sich.“ Die SPD erklärt die Tatsache damit, dass viele „aus überwiegend beruflichen oder gesundheitlichen Gründen nicht erneut zur Wahl antreten“.
Dass sie abgesägt wird, ist für Birgit Eckhoff im Übrigen keine neue Erfahrung. Anfang dieser Legislaturperiode wurde sie zur zweiten Vize-Bürgermeisterin ernannt. Doch als die CDU sich mit der Gruppe Winsener Liste/FDP zusammentat, wurde sie zugunsten von Wilfried Rieck ihres Amtes enthoben.