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"Bitte keine Einzelaktionen"

Norbert Rath (Foto: archiv)
thl. Winsen. "Es ist besser, wenn wir hier unsere Dinge selbst in die Hand nehmen und auf nachträgliche politische Korrekturen im Stadtrat verzichten", sagt Norbert Rath, Ratsherr und Chef des Winsener SPD-Ortsverbandes. "Und wir bitten die anderen Fraktionen, sich nicht eigennützig in den öffentlichen Vordergrund zu drängeln und sich als 'Zünglein an der Waage' zu präsentieren."
Norbert Rath ist auf Zinne. Grund sind die Äußerungen von Ratsherr Matthias Hüte (Freie Winsener) im Bezug auf die geplante Verkehrsberuhigung in der Albert-Schweitzer-Straße. Hüte hatte sich nämlich erfreut gezeigt, dass ein entsprechender Antrag seiner Fraktion zur Umgestaltung der Straße eine Mehrheit gefunden hatte.
Dem widerspricht Rath. "Das jetzige Konzept ist das Ergebnis eines Meinungsbildungsprozesses, der im Lenkungsausschuss des Projektes 'Soziale Stadt' über eine Beteiligung der Bewohner des Viertels und über unterschiedliche Entscheidungen von Bauausschuss und Verwaltungsrat stattgefunden hat", so der Sozialdemokrat. Die inhaltlichen Vorschläge seien in kürzester Zeit von professionellen Planern erarbeitet worden, um sich finanzielle Zuschüsse zu sichern.
Rath, der selbst im Albert-Schweitzer-Viertel wohnt, bedauert die Art und Weise, wie "die Debatte wieder einmal geführt" wurde. Man wohne in einem zunehmend schwierigeren Quartier. Es sei den Bewohnern der Plattenbauten kaum zu vermitteln, dass die Stadt zwar Geld für den Straßenausbau habe, aber nicht für die Sanierung der Wohnungen. Rath: "Das dafür die Eigentumsverhältnisse ausschlaggebend sind, bleibt in den Gesprächen schnell auf der Strecke." Um so mehr brauche den Zusammenhalt aller Bewohner - unabhängig von ihrer Herkunft. "Viele mit denen ich spreche, würden gerne dauerhaft hier wohnen bleiben", so Rath. "Gleichzeitig schwanken wir alle zwischen Resignation und Tatendrang. Da hilft öffentliches Gezänk wenig." Helfen würde es eher, wenn alle die Strukturen im Projekt "Soziale Stadt" ernst nehmen würden. Der SPD-Mann: "Gerade für Politiker besteht dort aus meiner Sicht Anwesenheitspflicht."