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CDU braucht in Winsen einen Partner / Verluste für Wählergemeinschaften

Die Wahlergebnisse in der Stadt Winsen (Foto: Repro: MSR)
thl. Winsen. Obwohl sie rund 2,9 Prozent Verluste gegenüber der Kommunalwahl 2011 eingefahren hat, ist die CDU die mit Abstand stärkste Partei im Winsener Stadtrat. Mit 39,3 Prozent haben die Christdemokraten fast doppelt so viele Stimmen erhalten wie die SPD als zweitstärkste Kraft, die auf 20,6 Prozent kommt und somit Verluste von 7,1 Prozent verkraften muss. Drittstärkste Kraft wurden die Grünen mit 16,1 Prozent (+ 1,9%). Die Wahlbeteiligung lag bei 53,5 %.
Bitter ist die Erkenntnis, dass die Alternative für Deutschland (AfD) ohne groß Wahlkampf zu betreiben 9,5% der Stimmen auf sich vereint und nunmehr die viertstärkste Partei im Stadtrat stellt.
Leicht erholt zeigte sich die FDP, die auf 4,6% (+2,5%) kam. Auch die Partei Die Linke legte leicht zu (+ 1,4%) und kam auf 3,2 %. Ergebnisse, von denen die die freien Wählergemeinschaften nur träumen können. Während die Freien Winsener „nur“ 0,1 Prozent gegenüber 2011 einbüßten und auf 4,0 % kamen, musste die Winsener Liste richtig Abstriche machen und fiel von sieben auf zwei Prozent. Keine Rolle spielten die Konservative Winsener (0,3%) und der Einzelbewerber Holger Weiß (0,4%).
Demnach kommt die CDU auf 15 (-1) Sitze im Stadtrat, die SPD auf 8 (-2) und die Grünen auf 6 (+1). Die AfD erhält vier Sitze (+4) und die FDP zwei (+1). Jeweils einen Sitz bekommen Die Linke +/-0), die Freien Winsener (-1) und die Winsener Liste (-2).
Politisch gesehen hat die CDU eine deutliche Mehrheit, kann aber nicht allein regieren. Dass eine Partei eine Koalition mit der AfD eingeht, gilt als ausgeschlossen. Trotzdem würde es den Christdemokraten grundsätzlich nicht reichen, wenn sie die FDP wieder als Partner gewinnen könnten. Spannend ist dabei die Frage, ob die FDP wieder mit der Winsener Liste eine Gruppe bildet und wenn ja, ob diese sich wieder wie in der ablaufenden Legislaturperiode an die CDU hängen kann. Oder ob sowohl Liberale als auch Christdemokraten die Nase voll haben von den öffentlichen Schlammschlachten, die die Winsener Liste in der Vergangenheit ausgetragen hat. Die Gespräche, die in den kommenden Wochen bis zur konstituierenden Ratssitzung am Donnerstag, 10. November, laufen, werden es zeigen.

Stimmen zur Wahl


André Bock, Fraktionschef der CDU: „Es ist erfreulich, dass wir die mit Abstand stärkste Fraktion geworden sind und bei der teile schwierigen ‚Großwetterlage‘ mit der AfD mit einem kleinen blauen Auge davongekommen sind. Das zeigt, dass wir gut gearbeitet haben.“

SPD-Vorsitzender Benjamin Qualmann: „Wir haben heute als gesamter Ortsverein die Quittung für die vergangenen fünf Jahre bekommen. Das oftmals beliebige Verhalten bei Abstimmungen und im öffentlichen Auftreten, das Nachtreten ehemals Aktiver über die Presse und falsche Eitelkeiten haben uns eben nicht als die Perspektive für Winsen wirken lassen. Das wird nun hoffentlich auch der Letzte verstanden haben.“

Nino Ruschmeyer (FDP): „Ich freue mich, dass wir nach der AFD den stärksten Zuwachs von allen verzeichnen konnten. Die Mehrheitsbildung im Rat dürfte aber nicht einfacher werden, da es für Schwarz-Gelb nicht reicht.“

Andreas Waldau (Freie Winsener): „Das Ergebnis bei der Wahl hat uns zwar einen minimalen Zuwachs an Stimmen gebracht. Leider reicht es nicht aus, um auch weiterhin zwei Sitze im Stadtrat zu haben. Es ist uns anscheinend nicht gelungen die Bürger davon zu überzeugen, dass die Freien Winsener für bürgernahe und familienorientierte Lokalpolitik stehen.“

Diese Politiker sitzen im Stadtrat


CDU (fettgedruckte Namen sind „Neulinge“):
André Bock, Dr. Cornell Babendererde, Anja Trominski, Philipp Meyn, Sonja Bausch, Steffen Behr, Jan Jürgens, Heinrich Wörmer, Anton Zeyn, Martin Porth, Sebastian Trenkner, Eckhard Spende, Christoph Fascher, Andrea Röhrs, Rudolf Meyer
SPD:
Benjamin Qualmann, Brigitte Netz, Heinrich Schröder, Sabine Lehmbeck, Thomas Kierschke, Michael Schulze, Cemil Delik, Norbert Raida
Grüne:
Bernd Meyer, Eike Christian Harden, Dr. Erhard Schäfer, Norbert Benthack, Marita Meier, Tim Lehmann
AfD:
Fatih Sarikaya, Roderik Pfreundschuh, Lutz Nickel, Lutz Huber
FDP:
Nino Ruschmeyer, Johanna Fast
Die Linke:
Deniz Capli
Freie Winsener:
Andreas Waldau
Winsener Liste:
Wilfried Rieck