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"Da fehlt die Fairness"

Wiesen auf die "Unzulänglichkeiten im Wahlkampf" hin (v. li.): Jannik Stuhr, Wolfgang Spaude, Frank Conrad und Elke von Ziegner
thl. Stelle. Dicke Luft in der Steller Politik: Knapp zwei Wochen vor der Bürgermeisterwahl werden die Worte zwischen den Parteien heftiger. Grund ist eine von der SPD anberaumte Podiumsdiskussion am Dienstag, 1. November, um 19 Uhr in der Steller Schützenhalle am Penellweg. Auf den dazugehörigen Plakaten heißt es: "Eingeladen sind alle vier Kandidaten, die sich um das Amt des Bürgermeisters bewerben. Die Moderation wird Gerhard Koch übernehmen." Eine Formulierung, die bei der CDU für Schnappatmung sorgt.
"Das Amt des Bürgermeisters ist für mich mit Transparenz, Fairness und Integrität verbunden. Und genau das vermisse ich bei der SPD", sagte CDU-Kandidat Frank Conrad am Montagmorgen im Rahmen eines Pressefrühstücks. "Die Veranstaltung zielt offenbar genau darauf ab, den Wähler zu beeinflussen, indem der SPD-Kandidat Robert Isernhagen gepuscht wird und alle anderen Kandidaten abgewertet werden", vermutet Conrad.
Schon die Einladung der SPD sei eine Frechheit gewesen. "Ich hätte eigentlich erwartet, dass ein Termin für so eine Diskussion, die eigentlich grundsätzlich nicht schlecht ist, mit den Teilnehmern abgestimmt wird", so Conrad. Er habe nur eine Mail mit der Einladung erhalten und nahezu zeitgleich habe die SPD die Plakate für die Veranstaltung aufgestellt. Conrad: "Somit wurden alle anderen Kandidaten vor vollendete Tatsachen gestellt." Zudem hätte er erwartet, dass eine solche Podiumsdiskussion von unabhängigen Personen durchgeführt würde und nicht vom Wahlkampf-Team Isernhagens.
"Die 'Krönung' ist aber der Moderator", echauffiert sich CDU-Fraktionschef Wolfgang Spaude. Gerhard Koch (der gerade der BIGS den Rücken gekehrt hat), habe sich in jüngster Vergangenheit bereits mindestens zweimal in Leserbriefen öffentlich über den CDU-Kandidaten Conrad ausgelassen und dessen Befähigung für das Bürgermeister-Amt in Frage gestellt. "Und dieser Mann soll neutral moderieren?", fragt Spaude. "Man geht doch nicht zum Teufel, wenn man überleben will."
Deshalb ist es für Conrad auch noch völlig unklar, ob er an der Veranstaltung teilnimmt. "Was das betrifft, schlagen zwei Herzen in meiner Brust", sagt er. Zum einen wolle er mit "solchen Machenschaften" nichts zu tun haben. Auf der anderen Seite wolle er sich aber auch nicht nachsagen lassen, er kneife. "Ich muss da noch einmal ein paar Tage in mich gehen", sagt Frank Conrad. "Eine Entscheidungshilfe wäre auf jedem Fall, wenn die SPD kurzfristig den Moderator auswechselt und eine neutrale Person einsetzt."