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Die Wut ist groß

Der gesamte süd-östliche Teil des Landkreises ist von der Suche betroffen (Foto: Repro: WOCHENBLATT)
thl. Winsen. "Es ist ein ganz schlechter Stil vom niedersächsischen Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG), dass wir von der erteilten Genehmigung zum Suchen von Erdgas und Erdöl erst aus dem WOCHENBLATT erfahren haben", sagt Bernhard Frosdorfer, Sprecher des Landkreises Harburg. "Wir hatten von Anfang an eine ablehnende Haltung gegen die geplanten Suchen", so Frosdorfer. Das sei dem Bergbauamt auch bekannt gewesen. "Trotzdem sind sie unserer Ablehnung nicht gefolgt. Das ist natürlich enttäuschend. Deswegen werden wir nun rechtliche Schritte prüfen, ob wir uns dagegen wehren können."
Wie das WOCHENBLATT berichtete, hat das LBEG zwei Unternehmen erlaubt, in drei insgesamt rund 2.450 qkm großen Feldern südlich von Hamburg nach Energievorkommen im Boden zu suchen. Davon betroffen sind auch weite Teile des Landkreises Harbug (siehe Zeichnung).
Die Wut über die Genehmigung ist groß. Kein Wunder, denn das Vorgehen des LBEG ist bedenklich. Nicht nur, dass der Landkreis bis heute keinen offiziellen Bescheid bekommen hat. Das Amt hat die Erlaubnis bereits Anfang Januar erteilt, aber danach fast drei Wochen benötigt, um eine Pressemitteilung zu versenden. Erst direkt nach der Landtagswahl wurde die Genehmigung öffentlich verkündet. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.
Insider vermuten auch, dass die Genehmigung ein erster Schritt zum Fracking ist. "Derzeit dürfen die Unternehmen war noch keine Bohrungen durchführen, doch wenn sie fündig werden, wollen sie natürlich das Öl oder Gas auch fördern und werden weitere Anträge stellen. Das ist so sicher, wie das Amen in der Kirche", so die einhellige Meinung. "Deswegen müssen wir jetzt den Widerstand auf allen Ebenen organisieren", sagt Bernd Meyer, Kreistagsmitglied der Grünen.