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"Diskussion ist Frechheit"

Ratsvorsitzender Heinrich Schröder (SPD) und André Wiese gratulierten Birthe Gutjahr
thl. Winsen. Zunächst die guten Nachrichten: Christian Riech bleibt Verwaltungsvize und Birthe Gutjahr wurde als neue hauptamtliche Gleichstellungsbeauftragte. Diese Personalentscheidungen fasste der Winsener Stadtrat jetzt in seiner Sitzung. Was nicht so schön war: Beide wurden nicht einstimmig gewählt. SPD und Grüne hatten an beiden Kandidaten etwas auszusetzen und stänkerten öffentlich herum.
Allen voran Vize-Bürgermeisterin Birgit Eckhoff (SPD). Sie stellte den Antrag, die Wahl Riechs zu verschieben. Grund: Man wolle sich erst mit ihm über seine Ziele unterhalten. Das die Partei dafür schon fast zwei Monate hatte, verschwieg Eckhoff. Wohl mit gutem Grund: "Sie sollte eigentlich rechtzeitig einen Termin koordinieren, hat das aber schlicht nicht auf die Reihe bekommen", so ein Mitglied der SPD-Fraktion. Auch Dr. Erhard Schäfer (Grüne) schlug in die Kerbe Eckhoffs: "Das Amt des Ersten Stadtrates ist ein Wahlamt, das muss ausgeschrieben werden." Hintergrund der Forderung: Die Grünen und Riech sind sich spinnefeind, seit Fraktionschef Bernd Meyer den Verwaltungsvize mehrfach der Verübung von Straftaten bezichtigt hat.
Auch mit Birthe Gutjahr als Gleichstellungsbeauftragte wurden die Grünen nicht grün. "Die Stelle muss neu ausgeschrieben werden. Wir halten die Bewerberin für nicht geeignet", sagte Bernd Meyer. Das trieb nicht nur Bürgermeister André Wiese (CDU) die Zornesröte ins Gesicht. Auch Ratsherr Tobias Müller (parteilos) fuhr die Sozialdemokraten und die Grünen an: "Die öffentliche Debatte ist eine Frechheit. Ihnen scheint es nur darum zu gehen, das Ansehen der betreffenden Personen zu schädigen."
Übrigens: Als die Personalangelegenheiten in den vertraulichen Teilen der Fachausschüsse diskutiert wurden, sollen zumindest die Grünen stumm wie ein Fisch gewesen sein.
Sowohl Birthe Gutjahr als auch Christian Riech waren froh über ihre Wahl. Wobei vor allem Riech bei einer Niederlage die A....-Karte gehabt hätte. Denn dadurch, dass er als Erster Stadtrat Wahlbeamter ist, hat er seinen vorherigen Status "Beamter auf Lebenszeit" verloren. Wäre er nicht gewählt worden, bliebe für ihn die Wahl zwischen Pest und Cholera: entweder mit 51 Jahren in Frühpension gehen oder sich als "normaler" Verwaltungsangestellter bewerben.