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Ein knappes Ja für Rewe-Erweiterung

Gegen die Erweiterung: Harald Kottsieper (BIGS) (Foto: thl)

Anwohner fühlen sich als Opfer / Unternehmen droht mit Abwanderung

thl. Stelle. Es war äußerst knapp: Mit vier zu drei Stimmen hat der Ausschuss für Ortsentwicklung, Energie und Wirtschaftsförderung den Vorentwurf für den Bau eines Hochregallagers auf dem Gelände der Rewe an der Uhlenhorst empfohlen und die frühzeitige Bürgerbeteiligung auf den Weg gebracht. Für die Betriebserweiterung müssen der Bebauungsplan "Fachenfelde Neufassung - östlich der Uhlenhorst" und der Flächennutzungsplan geändert werden.
"Wir fühlen uns geopfert", fasste eine Anliegerin die Gedanken der rund 100 Nachbarn zusammen, die gegen den Bau des Hochregallagers kämpfen. Man werde ausgiebig von der Möglichkeit gebrauch machen, Anregungen und Bedenken einzubringen, hieß es. Außerdem überlege man, gegen den Beschluss des Fachausschusses zu klagen, wenn der Gemeinderat in seiner Sitzung am Mittwoch, 21. Juni, diesem folgen sollte.
Anwesende Vertreter der Rewe, die der Politik Rede und Antwort standen, wiesen darauf hin, dass die jetzige Lagerkapazität schon lange nicht mehr ausreiche. Hinzu kommen, dass gewisse Gangbreiten eingehalten werden müssten, was gesetzlich vorgeschrieben sei. Deswegen seien neben dem Bau des 22 Meter hohen Lagers im Norden des rund 170.000 Quadratmeter großem Geländes auch andere Erweiterungen geplant, die allerdings durch den Bebauungsplan gedeckt seien, hieß es weiter. So soll u.a. eine Parkpalette (der Bauantrag sei bereits beim Landkreis gestellt) und eine Lärmschutzwand gebaut werden.
Die Vertreter des Unternehmens machten aber auch deutlich, dass der Betrieb ohne Erweiterungen nicht mehr aufrechterhalten werden könne und dann 1.000 Arbeitsplätze verloren gingen.
Ein Argument, das vor allem bei der CDU/SPD-Mehrheit zog. Man könne nicht verantworten, dass die Arbeitsplätze in der Gemeinde verloren gingen, so Christdemokrat Peter Meyer. Sozialdemokrat Manfred Leschinski hofft auf eine schnelle Einigung mit den Anliegern - zugunsten der Rewe. Und Bürgermeister Robert Isernhagen erinnerte daran, dass es bereits im März 2013 einen Beschluss des Verwaltungsausschusses gab, mit dem die Gemeinde der Rewe signalisiert habe, dass sich das Unternehmen erweitern könne.
Für Harald Kottsieper (BIGS) sei ein Weggang der Rewe keine Katastrophe: "Dann kommt eben ein anderen Unternehmen auf die Fläche und schafft Arbeitsplätze."