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"Eine neue Situation" - Geplanter Umbau der Osttangente unnötig?

Lediglich dieser Kreuzungsbereich zur Max-Planck-Straße hin soll derzeit noch umgebaut werden (Foto: thl)

Verkehr fließt auch ohne zusätzliche Ampelanlage

thl. Winsen. Ist der geplante Umbau der Osttangente an den Knotenpunkten der A39 vom Tisch? Derzeit sieht es ganz danach aus. Grund: Die Verkehrsmengen auf dem Teilstück sind nicht so groß, wie ursprünglich befürchtet. Das wurde im Bauausschuss der Stadt bekannt.
Wie berichtet, befürchteten Fachleute nach der Ansiedlung von Amazon einen Verkehrskollaps und wollten im ersten Schritt noch im vergangenen Jahr an der A39-Rampe in Richtung eine weitere Ampel installieren, damit der Verkehr von der Autobahn besser abfließen kann. Passiert ist bis heute nichts. Das liegt zum einen an der verzögerten Planung und den Abstimmungsschwierigkeiten bei den Straßenbaulastträgern (Land und Landkreis), zum anderen aber auch daran, dass der Verkehr ohne Ampel läuft.
Der Landkreis wolle bei einem Umbau auch gleich die Fahrbahn auf 3,50 Meter Breite ausbauen und die Fahrbahndecke erneuern, berichtete Bauamtsleiter Andreas Mayer. Außerdem sei die Kostenverteilung schwierig, weil Landkreis und Bund nicht für den Umbau zahlen wollen, denn sie sehen die Verkehrsspitzen durch Amazon ausgelöst.
Doch so ganz im Recht sind die Träger damit offenbar nicht. Das von der Stadt beauftragte Planungsbüro PGT hat an den Knotenpunkten nämlich Video-Kameras installiert. Und die zeigen, dass der Verkehr erstaunlich gut fließt. Das liege wohl auch an den Arbeitszeiten bei Amazon. Die Firma beginnt um 6 Uhr und hat um 15 Uhr Schichtwechsel, beides falle nicht mit dem normalen Pendlerverkehr zusammen. Außerdem wirke es sich positiv auf die Verkehrsbelastung aus, dass acht Busse die Mitarbeiter von Harburg abholen, hieß es im Ausschuss.
Für die Politiker ein Grund, die Planung zumindest zu überdenken. "Man müsste prüfen, ob die Optimierung der Osttangente überhaupt nötig ist und ob man die Defizite vielleicht auch mit geringeren Maßnahmen in Griff bekommen könnte", warf Norbert Benthack (Gruppe Grüne/Linke) ein. Dieser Meinung war auch Jan Jürgens (CDU): "Es ist eine neue Situation entstanden. Man sollte erst ausloten, was mit vorhandenen Mitteln möglich ist, um die Situation zu entschärfen." Deshalb überarbeite PGT die Situation, so Andreas Mayer, und überprüfe die Prognose. Es könne durchaus sein, dass man zu einem anderen Ergebnis komme.
Mayer wies aber darauf hin, sollte die Kreuzung Osttangente/Max-Planck-Straße neu überplant werden, werde sich die Situation für Radfahrer und Fußgänger verbessern. Sie könnten dann die Osttangente über eine Fahrradfurt überqueren und würden dann besser in Richtung Obi kommen.