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Fachausschüsse werden abgeschafft: Neuer Vierhöfener Bürgermeister Eberhard Leopold hat einen umstrittenen Einstand

Nach der Wahl: Bürgermeister Eberhard Leopold (re.) und sein Stellvertreter Uwe Meier
 
Dank für langjährige Ratsarbeit (v. li.): Rüdiger Buschmann, Willi Helmke, Wolfgang Krause, Kurt Wenzel und Helmut Gehrke mit einer "Süßigkeiten-Kette", die Gehrke von der Feuerwehr Vierhöfen erhielt
ce. Vierhöfen. Eberhard Leopold (75, SPD) ist der neue Bürgermeister von Vierhöfen. Mit einer knappen Mehrheit von fünf SPD- gegen vier CDU-Stimmen wurde er auf der konstituierenden Sitzung des Gemeinderates zum Nachfolger von Helmut Gehrke gewählt. Gehrke hatte nach 20 Amtsjahren als Gemeindeoberhaupt nicht mehr kandidiert (das WOCHENBLATT berichtete). Zum stellvertretenden Bürgermeister und zu dessen allgemeinem Vertreter wurde Sozialdemokrat Uwe Meier gewählt.
Leopold engagiert sich - mit einer Unterbrechung - seit fast 30 Jahren im Gemeinderat. Der verheiratete Vater einer erwachsenen Tochter arbeitete bis zu seinem Ruhestand als Diplom-Verwaltungswirt. Sein liebstes Hobby ist Wandern.
Bei Helmut Gehrke bedankte sich Leopold für das "langjährige Wirken und die erfolgreiche Arbeit" sowie dafür, dass er von Gehrke "eine für die Zukunft wirtschaftlich gut aufgestellte, weil schuldenfreie Gemeinde" übernehme. "Ich will als Bürgermeister zum Wohle aller Vierhöfener wirken", versprach Eberhard Leopold den zahlreich erschienenen Ortseinwohnern. "Der dörfliche Charakter Vierhöfens soll bewahrt, Bauland insbesondere für junge Familien geschaffen werden und die Gemeinde finanziell gesund bleiben", nannte er seine Prioritäten. Als "dicken Brocken" auf der Agenda des Rates sah Leopold die nach wie vor andauernde Auseinandersetzung um den Kiesabbau-Antrag der Lüneburger Firma Manzke für Vierhöfen. Um interessierte Bürger stärker in die örtliche Kommunalpolitik einzubinden, bot Leopold ihnen Informationen per E-Mail-Verteiler an. Auch sei geplant, eine Homepage für Vierhöfen zu starten.
Viele bei der Ratssitzung Anwesende hätten es stattdessen lieber gesehen, wenn die SPD-Mehrheit als eine ihrer ersten Beschlüsse nicht die Fachausschüsse abgeschafft hätte. Auf den die Ratssitzungen vorbereitenden Ausschuss-Zusammenkünften mit Einwohnerfragestunde hatten bislang viele Vierhöfener die Gelegenheit genutzt, sich zu informieren und nachzuhaken. Die CDU fühlte sich von der Fachausschuss-Entscheidung überrumpelt und mahnte an, die SPD hätte dies zumindest vor der Sitzung mit der Opposition erörtern sollen.
Gegen die Wahl Eberhard Leopolds zum Gemeindeoberhaupt hatte die CDU auch votiert, weil sie - so Christdemokrat Sören Wohler - einen Interessenkonflikt befürchtete, wenn "der Vorsitzende der Bürgerinitiative Vierhöfen (BIVI) auch Bürgermeister werden soll". Die BIVI wehrt sich gegen den Kiesabbau vor Ort. Leopold erklärte, er sei lediglich Mitglied der BIVI, gehöre aber nicht dem Vorstand an. Mit der Wahl Uwe Meiers zu Leopolds Vize hatte der ehemalige Ratsherr Heiner Ther, der unter den Zuhörern war, seine Probleme. Ther verwies auf aktuelles Mitteilungsblatt, in der die SPD erklärt, ihr Vorschlag Leopolds als Bürgermeisterkandidat "entspricht auch dem Bürgerwillen". Ther gab zu bedenken, ob es nicht auch dem Wählerwillen entsprochen hätte, wenn die SPD den CDU-Mann Volker Kruse, der bei der Kommunalwahl nach Leopold die zweitmeisten Wählerstimmen erhalten hatte, als Stellvertreter nominiert hätte. Für diesen Einwand gab es viel Beifall aus den Zuschauerreihen.
- Aus dem Gemeinderat verabschiedet wurden Rüdiger Buschmann, Klaus-Peter Albers und Kurt Wenzel. Salzhausens Samtgemeindebürgermeister Wolfgang Krause zeichnete in seiner Eigenschaft als Vize-Geschäftsführer des Kreisverbandes des Niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes Rüdiger Buschmann und Willi Helmke mit Urkunden für ihre langjährige Ratsarbeit sowie Helmut Gehrke mit der Ehrennadel in Silber für 20-jähriges Engagement als Bürgermeister aus.