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Flüchtlingsversorgung effektiver koordinieren

Stellen die "Abteilung Migration" vor: Reiner Kaminski (li.) und Thorsten Völker (Foto: Landkreis Harburg)

Landkreis Harburg gründet neue "Abteilung Migration"

ce. Winsen. Insgesamt 2.067 Flüchtlinge sind derzeit in Unterkünften im Landkreis Harburg untergebracht. Bis zum 31. Januar 2016 muss der Kreis weitere 1.409 Asylbewerber aufnehmen, und ein Ende ist nicht abzusehen. Als Reaktion darauf und um die Versorgung und Unterbringung von Flüchtlingen noch effektiver zu koordinieren, hat die Kreisverwaltung als erste in der Region jetzt die neue "Abteilung Migration" gegründet. Sie ist mit 38 Verwaltungsmitarbeitern besetzt und wird von Thorsten Völker (48) geleitet.
"In der neuen Abteilung wurden Mitarbeiter aus der Ausländerbehörde sowie aus allen flüchtlingsrelevanten Bereichen der Abteilung Soziale Leistungen, der Bauverwaltung und der Gebäudewirtschaft zusammengefasst", sagt Reiner Kaminski, Leiter des Fachbereiches Soziales, dem die neue Einheit zugeordnet ist. "Das Personal wurde um zehn Stellen erhöht, die allesamt intern besetzt wurden. Mit der Aufstockung versuchen wir, den immer weiter steigenden Fallzahlen gerecht zu werden. Bei der derzeitigen Situation ist davon auszugehen, dass weitere zusätzliche Mitarbeiter in der Abteilung eingesetzt werden müssen."
Die "Abteilung Migration" ist aufgeteilt in vier Sparten:
- Allgemeines Ausländerrecht: Diese Sparte betreut Migranten, die bereits länger in Deutschland leben, etwa in Visa- und Arbeitserlaubnis-Angelegenheiten.
- Die Mitarbeiter der zweiten Sparte erfassen die Daten der neu ankommenden Flüchtlinge und stellen Aufenthaltsbescheinigungen aus.
- Für die Unterbringung der Flüchtlinge in den Kommunen und für die Suche nach Grundstücken, die für die Errichtung von Wohncontainern geeignet sind, ist die dritte Sparte zuständig.
- Die vierte Sparte kümmert sich um die Bearbeitung der Asylbewerberleistungen. Derzeit bekommen die Flüchtlinge 350 Euro pro Monat plus eine monatliche Krankenhilfe von 150 Euro.
Ute Köchel, die beim Landkreis die ehrenamtliche Flüchtlingshilfe koordiniert, arbeitet den vier Abteilungen zu. "Vor allem die Suche nach Unterkünften ist nach wie vor das beherrschende Thema, da wir weiterhin mit steigenden Zuweisungszahlen - 70 Personen pro Woche - zu tun haben", erklärt Thorsten Völker. Er arbeitet seit 1987 beim Landkreis und seit 15 Jahren in der Ausländerbehörde. "Die hohen Flüchtlingszahlen bedeuten für alle Abteilungsmitarbeiter eine immens hohe Arbeitsbelastung - insbesondere an den Tagen, wenn die Flüchtlinge bei uns zur Unterbringung ankommen, was oft lange Bearbeitungs- und Wartezeiten für Flüchtlinge mit sich bringt", so Völker. Da noch nicht geklärt sei, ob und in welcher Höhe Bund und Land die nötige Unterstützung der Kommunen mit Geldern aufstocken, stelle auch die Finanzierung "eine große Herausforderung" dar.