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Im Gespräch mit DDR-Oppositionellen: "Wir wurden teilweise aufs Brutalste zusammen geschlagen"

Im Gespräch: Die Gleichstellungsbeauftragte Andrea Schrag (re.) hatte die DDR-Zeitzeugen und Oppositionellen Peter Grimm und Evelyn Zupke zur offenen Gesprächsrunde in den Winsener Marstall eingeladen
bs. Winsen. An die friedliche Revolution in der DDR und den Fall der Berliner Mauer vor 25 Jahren, wollte jetzt die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Harburg, Andrea Schrag, in einer offenen Gesprächsrunde mit zwei besonderen Zeitzeugen erinnern: Evelyn Zupke und Peter Grimm berichteten von ihrer Zeit im Osten Berlins als Oppositionelle in der kommunistischen DDR-Diktatur. "Ich wurde schon früh zum Regime-Kritiker. Die Zwänge und die Unterwerfungs-Rituale, die man beispielsweise ableisten musste, wenn man in der DDR Abitur machen wollen, waren erdrückend", so Peter Grimm, der als freier TV-Autor arbeitet und in Berlin lebt. Zusammen mit Evelyn Zupke berichtete der 49-jährige über den Weg in die Opposition, wie Demonstrationen organisiert wurden und welche Risiken man als Kritiker des SED-Regimes einging. "Bei den ersten Verhaftungen war man noch aufgeregt, später wurde das, so blöd es sich anhört, irgendwie ein bisschen zur Routine", so Grimm weiter. Als besonders bedrückendes Erlebnis schildert der Berliner die Geburt seiner Tochter. "Ich wurde überwacht und vier Stasi-Mitarbeiter folgten mir dabei bis ins Krankenhaus. Ich dachte schon, sie würden auch noch mit in den Kreißsaal kommen, aber vor der Tür machten die Herren dann doch halt", so Grimm.
Auch Evelyn Zupke berichtete Erschreckendes: "Auch wenn ich nicht direkt um mein Leben fürchten musste, wurden wir teilweise auf Demos so brutal zusammengeschlagen, dass einem schon kurzzeitig der Gedanke ans Aufgeben kommt", so die 52-jährige, die mittlerweile in Winsen lebt und als Sozialarbeiterin arbeitet.