Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

"Im Sinne der Verwaltung" - Ganztagsschulangebot nur an vier Tagen

Hatte recht mit seiner Vermutung: Benjamin Qualmann (Foto: archiv)
thl. Winsen. Die vier Winsener Grundschulen sollen künftig 30.000 Euro jährlich erhalten, wenn sie an vier Tagen ein Ganztagsangebot bis 15.30 Uhr anbieten. Das Geld soll für die personelle Ausstattung und pädagogische Angebote genutzt werden. So lautet ein mehrheitlicher Beschluss des Winsener Stadtrates. Der Antrag war wenige Minuten vor der Sitzung von der Mehrheitsgruppe aus CDU, Gruppe Winsener Liste/FDP und dem parteilosen Tobias Müller eingebracht und durchgepeitscht worden. Gleichzeitig erhielt ein gemeinsamer Antrag von SPD, Gruppe Grüne/Linke und Freie Winsener mit gleicher Stimmenzahl eine Abfuhr. Sie hatten ein Bildungs- und Betreuungsangebot aus einer Hand an fünf Tagen der Woche bis mindestens 17 Uhr gefordert.
"Eine Umfrage durch die Verwaltung bei den Eltern hat ganz klar ergeben, dass es einen hohen Betreuungsbedarf auch nach dem Ende der Ganztagsgrundschule um 15.30 Uhr gibt", warb Brigitte Netz (SPD) noch für den Antrag und verwies auf die von der Verwaltung aufgeführten Kosten. "Ich kann die Berechnung nicht nachvollziehen, da wir bei unserem Vorschlag Geld beim Hort einsparen. Dieses ist aber hier nicht aufgeführt."
Dr. Erhard Schäfer (Gruppe Grüne/Linke) setzte noch eine drauf: "Über Monate hat die Verwaltung es nicht geschafft, klare Rahmenbedingungen vorzulegen. Und jetzt will die Mehrheitsgruppe hier verhandeln wie auf einem Basar, anstatt sich am Bedarf der Eltern zu orientieren." SPD-Fraktionschef Benjamin Qualmann fragte: "Ist der Freitag künftig auch ein Sonntag? Oder warum soll das Ganztagsangebot nur an vier Tagen gelten?" Er vermutete: "Vielleicht ist der Antrag der Mehrheitsgruppe ja im Sinne der Verwaltung erfolgt."
Und damit traf er den Kern den Sache: Wie das WOCHENBLATT aus verlässlicher Quelle erfuhr, hat die Gruppe den Wortlaut des Antrages zuvor mit Bürgermeister André Wiese abgestimmt. Denn dieser wollte partout nicht, dass der Antrag von SPD, Gruppe Grüne/Linke und Freie Winsener durchkommt. Ein doch sehr ungewöhnliches Vorgehen.