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"In Fleischtransportern den DDR-Bürgern zur Flucht verholfen"

bs. Winsen. "In meiner Stasi-Akte stand, dass ich DDR-Bürgern sogar in türkischen Fleischtransportern zur Flucht verholfen haben soll, aber ich weise das entschieden zurück", schmunzelte Dr. Axel Hartmann, der jetzt zur Feier anlässlich der Wiedervereinigung von der örtlichen CDU in den Winsener Marstall zum Thema "Der Weg der Deutschen Einheit" geladen worden war.
Der in der Slowakei lebende Diplomat berichtete hier als Zeitzeuge den zahlreich anwesenden Gästen von seinen Erlebnissen als Konsul in Budapest, wo er die Öffnung der innerdeutschen Grenze vor 23 Jahren "hautnah" miterlebte. Ein lebendiger, ernster aber auch humorvoller Vortrag, aus einer Sicht, die nur wenige Menschen kennen. "Rund 1.000 DDR-Bürgern habe ich mit der Ausstellung Westdeutscher Pässe zur Flucht verholfen", so Hartmann. Weiter erzählte er, wie er über „Freikäufe“ von Ausreisewilligen in Milliardenhöhe verhandelte und sich dabei selbst in höchste Gefahr manövrierte. "Natürlich fiel der Stasi auf, was ich da so alles machte", erklärte Hartmann. "Der 'Urknall' der Wiedervereinigung fand dann am 2. Mai 1989 statt, als ungarische Grenzsoldaten nach der Lockerung des kommunistischen Systems, Teile des Eisernen Vorhangs einfach durch schnitten und es ein erstes Loch in der Grenze gab", so der 65-jährige.
Abschließend berichtete Hartmann von den berühmten Geheimverhandlungen im August 1989 und der anschließenden Annexion der DDR am 3. Oktober 1990, bevor sich die Veranstaltung gegen frühen Nachmittag auflöste.