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"Keine weiteren Hortplätze"

Fand deutliche Wort: André Wiese
thl. Winsen. "Ein weiterer Ausbau des Hortangebotes wird nicht erfolgen - auch nicht vorübergehend." Mit diesem Satz machte Winsens Bürgermeister André Wiese (CDU) in der Sitzung des Winsener Stadtrates die Hoffnung vieler Pattensener Eltern zunichte, die auf einen spontanen Betreuungsplatz für ihre Sprösslinge ab Sommer gehofft hatten.
"Winsen verfügt derzeit über insgesamt 280 Hortplätze sowie 30 flexible Plätze, die an allen fünf Grundschulen sowie an der Außenstelle Luhdorf eingerichtet sind", so Wiese. Hierfür habe man in den vergangenen Jahren Investitionen in Millionenhöhe vorgenommen. Zudem zahle die Stadt jährlich pro Gruppe einen Zuschuss von 50.000 Euro zuzüglich Sachkosten. Grund: Das Land erstattet den Trägern gerade mal 20 Prozent der Personalkosten, und die Elternbeiträge seien auch nicht kostendeckend. "Anders als bei Krippen- und Kindergartenplätzen entspringen Hortplätze keiner gesetzlichen Verpflichtung", erläuterte der Bürgermeister. Das erkläre, warum immer mehr Kommunen, die bisher Hortplätze im Angebot hatten, andere Wege gehen und Ganztagsgrundschulen anbieten würden.
Auch mit den Winsener Grundschulen habe man diesbezüglich intensive Gespräche geführt und darauf hingewiesen, dass es keine weiteren Hortplätze geben werde, so Wiese weiter. Trotzdem hätten Schulleitung und Eltern in Pattensen erklärt, dass eine Ganztagsschule nicht gewollt sei. Trotzdem habe der Elternrat im August 2014 den Antrag auf zusätzliche Hortplätze gestellt. "Parallel dazu erreichten uns Stimmen aus der Elternschaft, dass die Ablehnung der Ganztagsschule kein Allgemeinkonsens sei", sagte Wiese. Aus diesem Grund habe man eine Elternbefragung durchgeführt. Diese sollte offenbar durch einen Brief, der das Logo des Schulelternrates sowie der Elternräte der Kindertagesstätten Pattensen und Scharmbeck trug (Tenor: Man solle für die Ganztagsschule ein Nein ankreuzen und stattdessen groß Hort auf den Fragebogen schreiben), boykottiert werden. Wiese: "Dieser Aufforderung folgten etwa 20 Eltern, 87 sprachen sich aber für die Einführung einer Ganztagsgrundschule aus. 60 erklärten, die Einrichtung nicht nutzen zu wollen." Deswegen plane man jetzt auch für Pattensen die Einführung einer Ganztagsgrundschule ab dem Schuljahr 2016/2017.
"Aus diesem Grunde und auch aufgrund der Haushaltslage der Stadt, wird es auch eine temporäre Lösung in Pattensen nicht geben", so Wiese abschließend. "Die Eltern, die im Sommer keinen Betreuungsplatz für ihre Kinder bekommen, müssen für sich eine andere Lösung finden, die Stadt (oder der Staat) kann dieses nicht organisieren."