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Krankenhaus Salzhausen: Das Rumeiern der Grünen-Politiker muss ein Ende haben

Die Krankenhäuser Buchholz und Winsen (Foto) können bisher aus eigener Kraft erheblich investieren. Ein privater Wettbewerber, der von Salzhausen aus Patienten nach Hamburg überweist, würde die Leistungsfähigkeit der kommunalen Kliniken vermutlich beeinträchtigen (Foto: Archiv)
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Die Grünen im Kreistag und der Ortsverband Hanstedt/Salzhausen, aber auch die FDP Salzhausen polemisieren Woche für Woche gegen die Übernahme des insolventen Krankenhauses Salzhausen durch den Landkreis Harburg. Kaum vorstellbar, dass die betreffenden Politiker nicht begreifen, warum der Landkreis Harburg das insolvente Krankenhaus Salzhausen übernehmen musste. Wenn doch, hier die Nachhilfe!

Alle Experten sind sich einig: Die Übernahme der kommunalen Krankenhäuser im reichen Landkreis Harburg wäre für private, auf Wachstum angewiesene Klinikkonzerne, zum Beispiel Asklepios, ein lohnendes Ziel. Die Krankenhäuser in Buchholz und Winsen schreiben schwarze Zahlen und können bis heute aus eigener Kraft erheblich investieren. Ein erfolgreiches Gegenmodell zur aktuellen Privatisierungswelle im Gesundheitswesen, bei der oft erst der Profit und dann die Krankenversorgung kommt.

Schon jetzt, so erlebt man, versuchen private Klinikkonzerne mit Hilfe niedergelassener Ärzte Patienten nach Hamburg zu locken. Mit der Übernahme des Krankenhauses Salzhausen hätte ein privater Gesundheitsversorger wie der Asklepios-Konzern den Hebel in der Hand, um die kommunalen Krankenhäuser in Buchholz und Winsen in ernsthafte wirtschaftliche Schwierigkeiten zu bringen. Dann, so die denkbare Strategie, könnte die Kreispolitik im Sinn des Konzerns eine Privatisierungs-Entscheidung treffen.

Mit der Weiterführung des insolventen Krankenhauses Salzhausen als ambulante Einrichtung unter dem Dach einer gemeinnützigen Krankenhaus GmbH wollen die Verantwortlichen dieser Strategie entgegentreten. Also: Für alle, die eine Gesundheitsversorgung wollen, bei der nicht die Gewinnmaximierung im Mittelpunkt steht, sollten die fünf Millionen Euro aus der Kreiskasse gut angelegtes Kapital sein.

Politiker und Parteien, die es anders sehen, sollte das ihren Mitgliedern und Wählern, aber auch den Mitarbeitern des Krankenhauses Salzhausen klar sagen. Und dabei nicht vergessen, die Konsequenzen zu nennen. Ein Hinweis auf Streiks des von Privatisierung betroffenen Klinikpersonals an vielen Orten in Deutschland ist aber nicht genug. Vielmehr sollten sich Privatisierungs-Befürworter darüber klar sein, dass zwei Krankenhäuser im Landkreis Harburg, die für die Gesundheitsversorgung der Bürger optimal sind, bei einer vor allem am Profit orientierten Krankenhausführung auf Dauer kaum Bestand haben dürften.

Konstruktive Kritik mag in der derzeitigen durchaus schwierigen Situation für die Verantwortlichen beim Landkreis und in den Krankenhäusern Buchholz und Winsen hilfreich sein, pseudokritisches Rumeiern wird nicht gebraucht.

Reinhard Schrader