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Müssen noch mehr Bäume gefällt werden?

So soll das neue Nutzungskonzept für das Schützengehölz aussehen. Die angedachten Freiflächen sind hellgrün eingezeichnet. Sie sollen von einer Baumreihe umgeben sein (Foto: Repro:WOCHENBLATT)
thl. Winsen. Aufruhr im Rathaus: Zahlreiche Bürger machten in der Sitzung des Umweltausschusses ihren Unmut über die städtische Abholzaktion im Schützengehölz Luft. "Da waren Wahnsinnige am Werk" und "Das sieht aus wie eine Flugschneise für eine Landebahn", waren nur einige der Reaktionen. Die Stadt sah sich mit dem "Kettensägen-Massaker" allerdings im Recht und wies auf ihre Verkehrssicherungspflicht hin. Und trotzdem wurden augenscheinlich Fehler gemacht. Denn im Eifer des Gefechtes haben die Bauhof-Mitarbeiter wohl auch Bäume auf dem Privatgrund der St. Jakobus-Kirche gefällt - sehr zum Unmut der Gemeindevertreter.
Wenig Applaus sowohl von den Zuhörern als auch von der Politik bekam Stadtplaner David Forster, der den Zwischenstand eines Konzeptentwurfes zur Nutzung des Schützengehölzes vorstellte. Darin heißt es u.a.: "Die Wegeverbindungen innerhalb des Schützengehölzes sollen möglichst auf die nötige Erschließung des Gehölzes und die Ein- und Ausgangssituationen der angrenzenden Nutzungen verringert werden. Dadurch sollen größere und zusammenhängende Flächen entstehen, denen verschiedene Nutzungen sowie Entwicklungsmöglichkeiten im Sinne des Naturschutzes zugewiesen werden können." Im Klartext: Entlang des Hauptweges zwischen St. Jakobus-Kirche und Bahnhof sollen noch mehr Bäume gefällt werden, um dort zwei Freiflächen für Freizeitsport und Naherholung zu schaffen. Zudem soll an den Hauptwege das Mobiliar, wie z.B Beleuchtung und Müllbehälter, erneuert und erweitert werden, um das Sicherheitsgefühl auch in der Dämmerung zu stärken. Trimm-Dich-Geräte sollen aufgestellt und eine Fläche für Mountainbiker geschaffen werden.
Quer durch die Parteien fand das Konzept wenig Anklang. Vor allem mit der Freiflächen hatten die Ratsmitglieder heftige Bauchschmerzen. "Wir sollten den Wald so lassen. Denn Natur soll Natur bleiben", sprach Anton Zeyn (CDU) allen aus der Seele.