Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

Neues Einzelhandelskonzept notwendig?

So voll, wie an den verkaufsoffenen Sonntagen ist es in der Innenstadt leider nur selten. Jetzt gibt es Streit in der Politik, ob dieser Zustand durch ein neues Gutachten geändert werden kann (Foto: bs)
thl. Winsen. Im Jahr 2007 hatte die Winsener Stadtverwaltung die Lübecker Unternehmensberatung "CIMA" mit der Erstellung eines Einzelhandelsgutachtens beauftragt und dafür mehrere 10.000 Euro auf den Tisch geblättert. Von den Ergebnisse, wie die Kaufkraft in der Stadt optimiert werden kann, ist bis heute allerdings wenig umgesetzt. Jetzt hat die Verwaltung das Thema für den kommenden Planungsausschuss am Dienstag, 6. Mai, wieder auf die Tagesordnung gesetzt.
Tenor der Ausschuss-Vorlage: Obwohl Stadt und City Marketing mit erkennbarem Erfolg vielfältige Aktivitäten ergriffen haben, um die Position des innerstädtischen Einzelhandels in seiner öffentlichen Wahrnehmung zu unterstützen, gebe es nach wie vor Handlungsbedarf für einen umfassenden Ansatz zur Bewältigung der Probleme des Standortes Innenstadt. Denn man habe festgestellt, dass die Zentralität des Einzelhandels und die damit gemessene Kaufkraft in den vergangenen Jahren - anders als beispielsweise in Buchholz - gesunken sei und immer mehr Einzelhandelsflächen leer stünden.
Aus diesem Grund schlägt die Verwaltung, die Firma "CIMA" erneut mit der Erstellung eines Gutachtens zu beauftragen. Kosten dafür: rund 45.000 Euro. Die CDU "bejubelt" den Plan bereits. "Da die politische Verabschiedung des 2007er-Konzeptes bisher ausblieb, konnte nicht an dessen konsequenten Umsetzung und Weiterentwicklung gearbeitet werden", sagt Fraktionsvorsitzender André Bock. Da sich aber das Konsumverhalten der Bürger - Stichwort: Internet - verändert habe und auch die Eigentumsverhältnisse in der Innenstadt und der Einzelhandel selbst einem stetigen Wandel unterworfen sei, müsse das Gutachten von 2007 nun aktualisiert werden, um für die Innenstadt das Beste zu erreichen.
Anders dagegen die SPD. "Die Schubladen sind bereits voll mit teuren Gutachten. Was jetzt erforderlich ist, ist beherztes und einheitliches Handeln", so Fraktions-Chef Benjamin Qualmann. Mit einem weiteren Alibi-Gutachten wolle die Verwaltung ihre Handlungsfähigkeit demonstrieren. Diese nütze aber nichts, so lange unter den Kaufleuten und den Immobilieneigentümern gegenläufige Interessen vorhanden seien. Qualmann: "Ob die nicht einheitlichen Öffnungszeiten oder der katastrophale Branchenmix - da müssen alle Akteure an einem Strang ziehen, um diese Missstände zu ändern."