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Proteststurm gegen Windkraft-Entscheidung des Kreis-Umweltausschusses

Bald kein Landschaftsschutzgebiet mehr? Auch auf dieser Fläche bei Toppenstedt könnten Windkraftanlagen entstehen
ce. Landkreis. Ein heftiger Proteststurm weht um das Winsener Kreishaus, nachdem dort der Ausschuss für Umwelt- und Klimaschutz in seiner jüngsten Sitzung dem Kreistag mit knapper Mehrheit empfohlen hat, Areale bei Toppenstedt und Gödenstorf aus dem Landschaftsschutzgebiet (LSG) Garlstorfer Wald zu entlassen, damit sie geeignete Vorrangflächen zur Errichtung von Windkraftanlagen seien. In Toppenstedt sind auf etwa 53 Hektar fünf Anlagen angedacht und in Gödenstorf auf rund 30 Hektar drei "Energiespargel", was Naturschützer verhindern wollen.
In der Ausschusssitzung riet Detlev Gumz, Leiter der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Harburg, dringend von einer Entlassung der Gebiete ab, da die Landschaften unbedingt schützenswert seien und eine Umsetzung der Bauvorhaben hier dem Zweck des vor zehn Jahren geschaffenen LSG zuwiderlaufen würde. Dieser Auffassung schlossen sich die anwesenden Naturschutzverbände und die SPD an. Die Mehrheit aus Vertretern der WG/CDU-Gruppe und der Grünen war anderer Ansicht. WG/CDU-Sprecher Harald Stemmler plädierte dafür, die in Frage kommenden Terrains wenigstens auf ihre Windkrafttauglichkeit zu überprüfen, da sich der Landkreis andernfalls unglaubwürdig machen würde beim Bemühen um den Klimaschutz.
- "Wir werden weiter für den Erhalt des Landschaftsschutzgebietes 'Garlstorfer Wald' kämpfen", erklärt Oliver Grett, Sprecher der Bürgerinitiative "Toppenstedter Gegenwind". Die politisch Verantwortlichen dürften die Energiewende nicht um jeden Preis voranbringen wollen. Mit einer Entlassung der Flächen aus dem Schutzbereich würden weiteren Gebiets-Entnahmen - etwa zum Bau von noch mehr Windkraftanlagen, für Stromtrassen oder Bodenabbau - "Tür und Tor geöffnet".
- "Enttäuscht und bestürzt" reagiert der FDP-Ortsverband Salzhausen auf das Votum des Kreis-Umweltausschusses. "Die Liberalen appellieren mit Nachdruck an die Kreistagsmitglieder, dieser Empfehlung nicht zu folgen", so Ortsverbandsvorsitzender Dr. Wolff-Dietrich Botschafter. Die Errichtung der Windräder hätte verheerende Folgen für Kulturlandschaft, Naturschutz und das Leben der Menschen in den betroffenen Gemeinden Toppenstedt, Garlstorf und Gödenstorf. Die große Mehrheit der Bewohner lehne das Vorhaben daher ab. "Dem gegenüber steht eine Interessenallianz aus landwirtschaftlichen Grundbesitzern und rendite-orientierten Anlegern, die von den planwirtschaftlichen und viel zu hohen Einspeisevergütungen profitieren wollen", so Botschafter.