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Raus aus der City Marketing? - SPD-Fraktion überrascht mit Antrag

Hat den Antrag gestellt: Benjamin Qualmann (Foto: archiv)
thl. Winsen. Steigt die Stadt Winsen aus der City Marketing aus? Zumindest möchte das die SPD und hat für die Sitzung des Wirtschaftsausschusses am kommenden Dienstag, 3. Juni, (18 Uhr im Rathaus) einen entsprechenden Antrag gestellt.
"Wir sehen die Entwicklung der Innenstadt mit Sorge und stellen fest, dass die von der City Marketing durchgeführten Aktionen kein zufriedenstellendes Ergebnis gebracht haben", sagt SPD-Fraktionsvorsitzender Benjamin Qualmann. Dabei habe man erhebliche Ressourcen in finanzieller und personeller Hinsicht zur Verfügung gestellt. Deshalb wolle man künftig eine mittelfristige Entwicklungs- und Aktionsplanung erstellt haben, in der Doppelungen und Überschneidungen mit anderen Akteuren ausgeschlossen sind. "Zudem soll die Zuweisung von Geld- und Sachmitteln grundsätzlich überdacht werden", so Qualmann.
Um diese Strategieentwicklung ergebnisoffen durchführen zu können, müsse sich die Stadt zuvor frei vertraglichen Verpflichtungen machen und bei der City Marketing aussteigen.
Dass der Antrag allerdings durchkommt, darf wohl nicht erwartet werden. "Die City Marketing ist ein bewährtes Konstrukt, das nicht zerstört werden sollte", sagt CDU-Fraktionschef André Bock. Es habe in der Vergangenheit viele erfolgreiche Veranstaltungen gegeben, bei denen Stadt und Kaufmannschaft Hand in Hand gearbeitet und Geld zur Verfügung gestellt hätten. Genauso sieht es auch Matthias Hüte (Freie Winsener): "Das Konzept der City Marketing ist ein Erfolgskonzept. Eine einseitige Kündigung des Vertrages würde die Kaufmannschaft alleine da stehen lassen."
"Wir glauben, die SPD macht es sich etwas zu einfach", sagt Nino Ruschmeyer (Gruppe Winsener Liste/FDP). "Nur kündigen ohne ein konkretes Gegenmodell zu nennen - das tragen wir nicht mit."
Eine zweigeteilte Meinung hat Dr. Erhard Schäfer (Gruppe Grüne/Linke): "Wenn die Stadt aus der City Marketing einfach aussteigt, ist nichts gewonnen. Es muss eine Zieldiskussion veranstaltet werden, bei er es darum geht, alle Akteure ins Boot zu bekommen. Die SPD-Forderung wäre die letzte Lösung."
Eine klare Meinung zu dem SPD-Antrag hat dagegen Bürgermeister André Wiese (CDU): "Die positive Weiterentwicklung der Innenstadt braucht von allen Seiten gute, konstruktive Vorschläge. Dieser Antrag zählt nicht dazu."

Was ist die City Marketing?
In der Gesellschaft sind die Stadt und die Kaufmannschaft zusammen organisiert und stellen jeweils einen Geschäftsführer. Matthias Wiegleb für die Stadt und Sebastian Putensen für die Kaufleute. Die Stadt zahlt pumpt jährlich den gleichen finanziellen Anteil in die GmbH wie die Kaufmann. Die Summe schwankt zwischen 35.000 und 50.000 Euro.