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Schafe als wichtige Deichpfleger

Auf einer Wiese mit 300 Mutterschafen (v. li.): Adolf Schmücker, Wendelin Schmücker, Svenja Stadler und Heinrich Schröder, Vorsitzender des Umweltausschusses der Stadt Winsen (Foto: oh)

SPD-Bundestagskandidatin Svenja Stadler besucht Schäferei von Wendelin Schmücker in Winsen

bim/nw. Winsen. Die Schäferei von Wendelin Schmücker, Sprecher der Berufsschäfer in Niedersachsen, im Winsener Ortsteil Borstel, war jetzt eine Station der Sommertour der SPD-Bundestagskandidatin Svenja Stadler. Sie war überrascht, zu erfahren, dass die Schafe auch wichtig für die Pflege der Deiche entlang der Elbe sind.

Mit ihrem besonderen Gebiss halten die Schafe das Deichgras kurz, ohne dabei die Grasnarbe zu beschädigen. Zudem festigt ihr Klauentritt den Deich. Denn mit erstaunlicher Kraft werden so Mauselöcher und Maulwurfhügel wieder festgetreten.

Für Wendelin Schmücker, in dessen Familie die Schäferei seit mehr als 200 Jahren Tradition hat, war schon im Alter von 16 Jahren klar, dass er einmal die Schäferei seines Vaters weiterführen wird. Die beiden versorgen heute über 700 Mutterschafe mit ihren Lämmern. "An 100 Tagen im Jahr sind wir mit unseren Schafen unterwegs. Das ist notwendig, da sich der Betrieb sonst nicht rentieren würde", so Wendelin Schmücker.

Ehrenamtlich engagiert er sich als stv. Vorsitzender des Fördervereins der Deutschen Schafhaltung und als Sprecher der Berufsschäfer in Niedersachsen. In dieser Funktion ist er auch regelmäßig an Gesprächen und Verhandlungen mit der Politik in Berlin und Brüssel beteiligt. "Solidarität unter den Landwirten gibt es nicht mehr so wie früher. Und großer Technikeinsatz wie bei der Kuhhaltung lohnt sich in der Schäferei nicht. Bei uns ist vieles Handarbeit. Wenn wir die Kosten für den Scherer mitrechnen, setzen wir bei der Schafschur noch zu. So wenig bringt Wolle derzeit ein", erklärt Schmücker. Gerade die geplante Agrarreform 2020 werde über den Bestand von kleineren Berufsschäfereien in Deutschland entscheiden. "Im Vergleich zu anderen EU-Ländern haben wir heute sehr viel weniger Schafe als noch vor 25 Jahren. Alleine in den östlichen Bundesländern gab es damals fünf Mal so viele Schafe wie heute", so Schmücker. Derzeit gebe es in Deutschland insgesamt nur noch 1,2 Millionen, in England zum Vergleich noch über 20 Millionen Schafe.

Außerdem seien die Preise für Lämmer nach einem Hoch in 2012 wieder gefallen und die Betriebskosten, z.B. für Futter und Versicherung, gestiegen.

Um ihren Betrieb auch künftig erfolgreich führen zu können, wollen die Schmückers eine Fläche zwischen Autobahn und Bundesbahntrasse an einen Betreiber von Solaranlagen verpachten. "Ein zweites Standbein wäre schon wichtig", sagt Senior Adolf Schmücker.