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"Umgang mit Steuergeldern ist eine Katastrophe"

Dennis Flügge auf der bereits vorbereiteten Bodenplatte für das Blockheizkraftwerk, das jetzt doch nicht mehr gebaut werden soll Foto: thl
 
Überall liegt Müll auf der Baustelle herum

CDU-Ratsherr Dennis Flügge attackiert Verwaltung wegen Kindergarten-Bau-Desaster

thl. Fliegenberg. "Die angeblichen Mehrkosten für den Bau des Fliegenberger Kindergartens und die verspätete Eröffnung sind gar nicht so schlimm." So kann man die Worte intepretieren, die Bauamtsleiter Uwe Gundlach dem WOCHENBLATT auf Nachfrage zu dem Bau-Dilemma schrieb (das WOCHENBLATT berichtete). Doch genau diese Aussage bringt CDU-Ratsherr Dennis Flügge auf die Palme: "Gar nichts ist gut. Ich bin total sauer und enttäuscht. Wie die Verwaltung mit Steuergeldern und der Unsicherheit der Eltern umgeht, ist katastrophal."
"Obwohl wir nur ehernamtliche Politiker sind, befassen wir uns offenbar mehr mit dem Thema und sind besser informiert, als die Verwaltung", so Flügge. Die Verwaltung hatte behauptet, sie habe einen Weg gefunden, um die ursprünglich ausgerechneten Mehrkosten von rund 540.000 Euro auf 55.000 Euro zu reduzieren, in dem die Wärmeversorgung des Kindergartens nicht über ein Blockheizkraftwerk (BHKW) läuft, sondern über eine Wärmepumpe. "Grundsätzlich eine gute Sache", so Flügge. "Allerdings gehe ich noch nicht über diese Brücke, dass es bei den Kosten bleibt." Grund: Schon beim Blockheizkraftwerk hatte die Gemeinde deutlich niedrigere Kosten angesetzt, als am Ende dabei herauskamen. "Das ist allerdings auch dem geschuldet, dass die Ausschreibung für das Projekt erst rund ein halbes Jahr nach dem politischen Beschluss erfolgte. Und dann auch noch im Herbst, wo die Firmen sowieso ausgelastet sind", kritisiert Dennis Flügge. Deswegen habe die Politik beschlossen, dass die Ausschreibung für die Wärmepumpe sofort zu erfolgen habe. "In der Hoffnung, dass auch eine Firma so kurzfristig darauf reagiert. Denn wir brauchen Planungssicherheit, auch für die Eltern", sagt der Christdemokrat, der die angepeilte Eröffnung der Einrichtung zum 1. August infrage stellt. "Von Außen sieht der Bau ja schon gut aus mit dem Klinker, aber im Inneren liegt noch nicht eine Leitung", so Flügge. Und auch die geplante Zufahrt von der Dorfstraße aus fehle noch.
Kritik an der Verwaltung übt Flügge aber nicht nur wegen der Heizfrage. "Sämtliche Probleme werden heruntergespielt und nur beiläufig in den Sitzungen beim Bericht des Bürgermeisters erwähnt", so der CDU-Ratsherr. "Was ist z.B. mit den bereits entstandenen Kosten für den Bau des Blockheizkraftwerkes? Immerhin ist die Bodenplatte dafür schon aufgeschüttet und die Anschlüsse liegen auch schon."
Nach Flügges Ansicht ist die Verwaltung mit dem Bau der Kindertagesstätte völlig überfordert. "Es gibt auch nahezu gar keine Baustellenüberwachung", sagt er. "Die Folge ist, dass überall Müll herumliegt und die Baustelle für jeden frei zugänglich ist, weil der Bauzaun rundherum offen ist."
Für Dennis Flügge ist klar: "Wir als CDU werden das Problem jetzt gründlich aufarbeiten und prüfen, wer für dieses Desaster verantworlich ist." Zudem wolle man eventuelle Regressanspürche prüfen. "Wir können und werden solche ein Verhalten nicht dulden."
In der Verwaltung ist man sich keiner Schuld bewusst. "Die Ausschreibungen wurden schrittweise durchgeführt. Zunächst wurden die Rohbaugewerke, dann der Innenausbau und danach die technische Gebäudeausstattung, zu der auch das Blockheizkraftwerk gehört, ausgeschrieben. Insofern entstand dadurch die zeitliche Verschiebung", erklärt Bauamtsleiter Uwe Gundlach. Und weiter: Für den beauftragten Architekten Henning Reinhard seien derzeit keine weiteren Mehrkosten erkennbar. Der für die Sohle des BHKW aufgeschüttete Sand werde anderweitig verwendet. Und: Bei den wöchentlichen Baubesprechungen sei die Baufirma aufgefordert worden, den Bauzaun zu sichern und die Baustelle aufzuräumen. Beides sei mittlerweile geschehen, so Gundlach.