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Verliert Winsen seine Post?

Die Post an der Brahmsallee
thl. Winsen. Für Unruhe sorgte jetzt eine Anfrage von Grünen-Ratsherr Dr. Erhard Schäfer im Planungsausschuss der Stadt, in der es um den Verkauf der Post an der Brahmsallee ging. "Bürger haben mir zugetragen, dass Immobilienmakler Jörg Schröder das Gebäude gekauft hat und abreißen will, um dort Wohnungen zu bauen", so Schäfer.
Was geschieht aber dann mit der Post? "Hier ist ja nicht nur der Schalterbetrieb für Briefe, Pakete und Postbankdienste, sondern auch das Verteilerzentrum mit den gelben Autos", sagte der Politiker. "Für Letzteres soll Herr Schröder angeblich schon einen neuen Platz gefunden haben. Der ist an der Kleinbahn zwischen OHE-Gelände und der Wohnbebauung im Bahneck." Derzeit lagern dort Container der Firma Bäsecke. Dort soll also ein Paketzentrum entstehen, von dem dann die Postautos an- und abfahren wie jetzt in der Brahmsallee. "Dieser Standort ist problematisch, weil die Autos die OHE-Gleise überqueren müssen, die zur Zeit unbeschrankt sind", warnte Dr. Schäfer. Diese Überquerung sei aber auch jetzt schon ein Problem wegen des Verladebetriebs auf dem OHE-Gelände, der seit Inbetriebnahme des Asphaltwerks stark zugenommen habe. "Die Anwohner beklagen sich seither über Lärm und Staub und haben deshalb eine Bürgerinitiative gebildet, die gegen die Umweltbelastungen durch den Verladeverkehr vorgeht. Nun sollen sie noch mehr Verkehrslärm ertragen. Die Straßen zwischen OHE-Gelände und Lüneburger Straße sind Anliegerstraßen und für diesen Durchgangsverkehr nicht geeignet", so der Grünen-Ratsherr weiter.
Es stelle sich auch die Frage, wo die Winsener künftig ihre Briefe und Pakete abliefern und wo sollen sie ihre Postbankgeschäfte erledigen sollen, wenn die Post an der Brahmsallee dicht mache. Eine Stadt wie Winsen brauche einen Postschalterbetrieb mit allen dazu gehörenden Dienstleistungen. Wer daran etwas ändern wolle, müsse die Öffentlichkeit informieren und beteiligen. "Es ist ein Unding, dass Planungen zur Verlegung und eventuelle Einschränkung der Postdienste unter Ausschluss der Öffentlichkeit vorangetrieben werden und ein Ratsherr nur durch Zufall davon erfährt", schimpfte Schäfer.
Die Verwaltung räumte ein, die Planungen der Firma Schröder zu kennen, ollte sich aber nicht weiter öffentlich dazu äußern. Auch Jörg Schröder war für keine Stellungnahme zu erreichen. Aus seinem Büro hieß es, er sei im Urlaub und werde sich anschließend melden.
"Von einer Schließung der Post ist die ganze Stadt betroffen. Herr Schröder soll sich also mit seinen Planungen der Öffentlichkeit und ihren gewählten Vertreter stellen. Der nächste Planungsausschuss tagt am 22. September", fordert Dr. Erhard Schäfer.