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Vierhöfener Rat beschließt Pachtvertrag mit Landkreis für umstrittenes Grundstück zum Bau von Flüchtlingsunterkunft

In der Ratssitzung: Bürgermeister Helmut Gehrke (re.) hatte auch Samtgemeindebürgermeister Wolfgang Krause (3. v. re.) eingeladen
ce. Vierhöfen. Die Gemeinde Vierhöfen soll mit dem Landkreis Harburg einen Pachtvertrag abschließen für ein Grundstück an der Straße "Lohfeld", auf dem eine Wohncontaineranlage für 45 Asylbewerber geplant ist. Das beschloss der Gemeinderat mehrheitlich in seiner jüngsten Sitzung im Dorfgemeinschaftshaus. Der Vertrag läuft ab 1. April für die Dauer von fünf Jahren. Einen Termin für den Baubeginn der Anlage gibt es noch nicht. Rund 70 Bürger verfolgten die Diskussion über das umstrittene Thema.
"Die Flüchtlingslage hat sich etwas entspannt und der Strom an Asylbewerbern abgenommen. Wenn es so bleibt, wird die Wohnanlage nicht mehr im ersten Halbjahr 2016 gebaut", erklärte Samtgemeindebürgermeister Wolfgang Krause, der zur Sitzung eingeladen war. "Wenn der Flüchtlingsstrom wieder weiter ansteigt, muss mit Baumaßnahmen kurzfristig reagiert werden."
Einige Zuhörer befürchteten Konflikte zwischen den Badegästen des am "Lohfeld" gelegenen Kiesteiches und den Flüchtlingen. Fraktionsübergreifend sah der Rat aber keine andere Alternative für ein Anlagen-Grundstück. "Bei anderen möglichen Standorten gab es baurechtliche Bedenken oder starken Widerstand der Anwohner", so Ratsherr Sören Wohler (CDU).
Sozialdemokrat Eberhard Leopold forderte, der Landkreis als Container-Pächter solle sich verpflichten, "überwiegend Familien statt nur männliche Flüchtlinge aufzunehmen". Familien könnten sich einfacher in die Dorfgemeinschaft eingliedern als auf sich allein gestellt Asylbewerber, zumal es in Vierhöfen keine Infrastruktur und nur einen stark eingeschränkten öffentlichen Personennahverkehr gebe. Der SPD-Antrag wurde abgelehnt. "Der Kreis hat keinen Einfluss darauf, welche Flüchtlinge in die Kommunen kommen, und darf daher keine Verpflichtungsvereinbarung unterzeichnen", stellte Christdemokrat Rüdiger Buschmann klar.