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Winsen: Spielplatz wird mit Lärmschutzwand abgeschottet

Der begrünte Zaun im Hintergrund soll gegen eine knapp 2,50 Meter hohe Lärmschutzwand ausgetauscht werden
thl. Winsen. Die Stadt Winsen will ihr Vorhaben tatsächlich durchziehen und den Spielplatz an der Albert-Schweitzer-Straße hinter Lärmschutzwänden verschwinden lassen. Die Mitglieder des Winsener Stadtrates votierten mit 21:18 Stimmen dafür. Der Bau soll allerdings zurück gestellt werden, bis geprüft ist, ob die knapp 2,5 Meter hohen, von der Bahn ausrangierten Wände, die die Stadt geschenkt bekommt, mit Schadstoffen belastet sind.
Vor der Abstimmung gab es einen heftigen verbalen Schlagabtausch. Denn die Freien Winsener hatten einen Antrag gestellt, dass die Wand nicht gebaut werden soll. Und damit sowohl mit der SPD als auch mit der Gruppe Grüne/Linke Fürsprecher gefunden. Doch die neue Mehrheit mit CDU, der Gruppe Winsener Liste/FDP und Ratsherr Tobias Müller setzte sich durch.
Norbert Rath (SPD) sah den Bau als "fatales Signal für die Anwohner". Und Dr. Erhrad Schäfer (Grüne) prophezeite, dass die Stadt mit dem Bau einen Medienrummel auslösen würde, den sie gar nicht haben will.
Pikant: Direkt neben dem Spielplatz wohnt CDU-Ratsherr Eckhard Rohde. Er soll schon seit "Jahren die Kinder vom Platz scheuchen - zu jeder Tages- und Nachtzeit", so der Vorwurf zweier Ratsmitglieder.
CDU-Fraktionschef André Bock wies darauf hin, dass es jetzt bereits dort einen Zaun gebe, der begrünt sei. Deswegen sei der Spielplatz jetzt schon abgeschottet. Der Zaun werde lediglich durch die Mauer ersetzt. Bock drohte: Wenn die SPD nun dagegen sei, sehe er die bisherige gute Zusammenarbeit als aufgekündigt an.
"Wir wollen dort unsere Ruhe haben", sagte Rohde und begründete damit den Wunsch nach einer Lärmschutzwand. Dafür zeigte sein Parteikollege Bodo Beckedorf vollstes Verständnis: "In dem Viertel wohnen viele Ausländer. Die haben die Angewohnheit sich laut zu unterhalten. Deshalb ist der Wunsch nach Lärmschutz für die Anwohner nachvollziehbar."

Kommentar:

Gerne präsentiert sich die Stadt als kinder- und familienfreundlich. Doch was jetzt mit dem Spielplatz in der Albert-Schweitzer-Straße passiert, ist genau das Gegenteil. Vor einem Jahr baute die Stadt die Spielgeräte in einer Nacht- und Nebel-Aktion ab und schloss den Platz, musste ihn aber auf Drängen der Politiker wieder aufbauen. Jetzt der nächste Plan, um die Nutzer zu vertreiben. Wenn Bodo Beckedorf sagt, Ausländer würden sich sowieso ständig laut unterhalten, dann wäre die logische Konsequenz, das gesamte Albert-Schweitzer-Viertel sowie andere Orte, an denen sich unsere ausländischen Mitbürger treffen, mit Lärmschutzwänden zu umgeben. Bei der ganzen Sache wird man das Gefühl nicht los, dass es sich hierbei um eine Gefälligkeit der CDU für einen Parteikollegen handelt. Ich empfehle im Übrigen ein Sanatorium. Da herrscht die Ruhe, die die (oder der) Anwohner haben wollen (will). Thomas Lipinski