Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

Auf dem Weg zum Fußball-Profi

Wieder einmal hat Yannick dem Gegner den Ball weggeschnappt (Foto: Wolfgang Genat)
 
Yannick Kochlin (Foto: Kochlin)
thl. Stelle. Seine Vorbilder sind der spanische Welttorhüter Iker Casillas und Bayern-Keeper Manuel Neuer - und natürlich hat Yannick Kochlin den Traum eines jeden Jungen: Fußballprofi werden.
Dafür bringt der 16-Jährige aus Stelle die besten Voraussetzungen mit. Derzeit steht er für den Niendorfer TSV in der B-Jugend-Bundesliga zwischen den Pfosten und spielt gegen namhafte Gegner wie RB Leipzig, Hertha BSC Berlin oder VFL Wolfsburg. Und auch wenn es in der Liga derzeit nicht so rund läuft, hofft Yannick, den Sprung zu einen größeren Verein zu schaffen.
"Yannick konnte gerade laufen, da hatte er auch schon einen Ball am Fuß", erzählt sein Vater Christian Kochlin. 2006 spielte Yannick dann das erste Mal im Verein, beim TSV Stelle. "Im ersten Jahr habe ich auf allen Positionen gespielt", erinnert sich der Schüler. Bei einem Hallenturnier habe er einmal das Tor hüten müssen. Das habe ihm so gut gefallen, dass anschließend feststand: "Ich werde Torwart."
Als Yannick bei den E-Junioren spielte, standen die Sichtungen für die Kreiswahl und den DFB-Stützpunkt an. Doch bei beiden wurde der Steller Jung nicht genommen. "Offenbar war ich denen nicht gut genug", sagt Yannick. Ein Schicksal, das er u.a. mit dem französischen Nationalspieler Antoine Griezmann teilt, der nie in einer Förderauswahl angenommen wurde und heute ein Weltstar ist.
"Ich wollte unbedingt eine zweite Meinung einholen, denn eigentlich habe ich meinen Sohn immer als starken Torwart gesehen", sagt Vater Christian. Also spielte Yannick bei der Hamburger Auswahl vor und hinterließ einen starken Eindruck. Das Problem: Yannick wäre dort nur Keeper Nummer vier gewesen. Trotzdem begann für ihn jetzt der Aufstieg, denn der Trainer vom FC Türkiye wurde auf ihn aufmerksam und holte Yannick in sein Team. In Hamburg gilt der Verein als Talentschmiede.
"Zwei Jahre habe ich in Wilhelmsburg gespielt, dann hat sich die Mannschaft aufgelöst, weil mehrere Spieler in Fußballinternate wechselten", erzählt Yannick. Er selbst wurde zum Niendorfer TSV vermittelt, wo er gleich ein Jahrgang höher eingesetzt wurde. "Wir sind von der Verbands- in die Regionalliga aufgestiegen und haben dort vergangene Saison den dritten Platz erreicht", so der Steller weiter. Durch einen Sieg und ein Unentschieden gegen den Chemnitzer FC in der Relegation schaffte das Team den Aufstieg in die höchste deutsche Spielklasse.
Um seinen Traum vom Fußballprofi zu verwirklichen, verzichtet Yannick auf vieles. Vorbereitung auf das Abitur, das er 2018 ablegen will, viermal die Woche Training und ein Spiel, da bleibt nicht mehr viel Freizeit. "In bin abends eigentlich nie vor 21 Uhr zu Hause. Und wenn wir am Wochenende ein Auswärtsspiel haben, wird dort auch übernachtet", sagt Yannick. "Aber für meinen Traum nehme ich das gerne in Kauf." Auch für den Wechsel in ein Fußballinternat eines größeren Vereins sei er bereit. Klappt das nicht, will Yannick sich im kommenden Jahr noch stärker auf die Schule konzentrieren und sich dann bei der Polizei bewerben, in der Hoffnung, wie Ex-St. Pauli Fabian Boll in die dortige Sportgruppe zu kommen und von dort aus den Sprung in den Profi-Fußball zu schaffen.

Aus dem Landkreis Harburg schaffen Talente immer wieder den Sprung in höhere Ligen und zu namhaften Vereinen. Ein paar aktuelle Beispiele:
Tim Burgemeister (TV Welle/TV Meckelfeld) spielt in der A-Jugend-Bundesliga für den FC St. Pauli.
Anton Stach (Buchholzer FC) spielt in der gleichen Liga für den VFL Osnabrück.
Henrike Juraschek (MTV Ramelsloh) ist im Sommer gerade zum VFL Wolfsburg gewechselt, spielt dort in der Frauen- U17.