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Bäcker-Innung des Kreises Harburg: "Darf kein Sonderstatus geben"

Ehrenmeister-Brief: Bei der diesjährigen Herbstinnung ehrte Obermeister Karl-Heinz Wohlgemuth (re.) Kurt Braun für sein jahrelanges Engagement
bs. Winsen/Scharmbeck. Bei der diesjährigen Herbstversammlung der Bäcker-Innung der Kreise Harburg und Lüneburg in Scharmbeck vergangene Woche wurde deutlich: Der Berufsstand hat aktuell mit einigen Problemen zu kämpfen.
Besonders gravierend seien da, unter anderem, die jährlichen Lebensmittelkontrollen, die, ohne Beanstandung, bis zum vergangenen Jahr noch gebührenfrei waren. "Seit Januar dieses Jahres entstehen für uns auch Kosten, wenn bei einer Kontrolle keine Mängel gefunden werden. Das ist schon schlimm genug. Dazu kommt, dass sich in Niedersachsen die Höhe der Gebühren nach dem jeweiligen Firmenumsatz richtet. Das ist in vielerlei Hinsicht, wie beispielsweise im Hinblick auf den Datenschutz, einfach nicht hinnehmbar", findet Obermeister Karl-Heinz Wohlgemuth (62), der sich auch als Obermeister des Landesinnungsverbandes Niedersachsen-Bremen für seinen Berufsstand einsetzt.
Zahlreiche Mitglieder waren zur diesjahrigen Versammlung erschienen, bei der weiterhin Probleme wie unzureichender Schutz des Bäckereibegriffs, scharfe Konkurrenz durch Billig-Discounter, Backshops und Tankstellen-Brötchen, tarifrechtliche Bestimmungen oder Arbeitszeitgesetze thematisiert wurden. "Gerade in Sachen Öffnungszeiten sind wir durch die gesetzlichen Bestimmungen so eingeschränkt, dass wir mit dem Angebot von beispielsweise Tankstellen, die nicht daran gebunden sind, nicht mithalten können. Ich nenne das unlauteteren Wettbewerb und es darf hier einfach keinen Sonderstatus geben", forderte der Obermeister weiter. Auch die aktuellen Lehrlingszahlen, die bei den 24 Mitgliederbetrieben aktuell bei rund 100 Bäckern, Konditoren und Fachverkäufern liegen, sähen ebenfalls "nicht gerade rosig aus", resümierte Wohlgemuth, der abschließend die Mitglieder Kurt Braun und den nicht anwesenden Dieter Probst ehrte. Kurt Braun erhielt als Zeremonienmeister den Ehrenmeisterbrief und Dieter Probst für sein 50-jähriges Meisterjubiläum den Goldenen Meisterbrief.