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Bundesweit bekannte Grünkohlmarke "Heinrich Lüders" wird im Raum Winsen geerntet: Lecker auch ohne "Väterchen Frost"

Im Einsatz im Lkw: Erntehelfer stampfen den Grünkohl herunter, damit insgesamt 17 Tonnen der "Friesenpalme" hineinpassen
ce. Winsen. "Väterchen Frost ist doch noch gar nicht da. Warum wird hier schon jetzt Grünkohl geerntet?" Das fragen sich viele Menschen, die in diesen Tagen beobachten, wie auch auf Feldern in der Region die Ernte der "Friesenpalme" - wie der Kohl wegen seiner Form genannt wird - auf Hochtouren läuft. Über lange Jahre herrschte die Meinung vor, dass das Gemüse eisigen Temperaturen ausgesetzt werden müsse, wenn es lecker sein sollte. "Die Zeiten, in denen der Grünkohl Frost brauchte, sind vorbei. Bei den neuen Sorten reichen allgemein kühle Temperaturen über Null Grad aus, um ihn schmackhaft zu machen. Ohne Frost geht das Rupfen auch leichter von der Hand", sagt Landwirt Heinrich König (77) aus dem Winsener Ortsteil Borstel.
König weiß, wovon er spricht. Als "Grünkohl-Manager" koordiniert er seit 53 Jahren die Arbeit von derzeit einem halben Dutzend Landwirten aus Winsen und Umgebung, die den "Rohstoff" für die bundesweit bekannte Grünkohl-Marke "Heinrich Lüders" liefern. Sie bewirtschaften dafür Anbauflächen von insgesamt knapp 70 Hektar, auf denen polnische und rumänische Erntehelfer im Einsatz sind.
Seit Mitte September und noch bis Anfang November werden bei den Lieferanten täglich bis zu 17 Tonnen Grünkohl geerntet und auf dem Hof der Familie König auf Lkw verladen. Die transportieren die Fracht zur rund 250 Kilometer entfernten Fabrik der Lipperland Konserven GmbH bei Bielefeld. Dort wird der Kohl in Konservendosen verpackt, erhitzt, im Wasserbad wieder abgekühlt und zu den Händlern gebracht.
"Wir werden in diesem Jahr insgesamt gut 450 Tonnen Grünkohl ernten. Das ist etwas weniger als im Vorjahr. Da gab es einen Überschuss, der erst noch abgebaut werden muss", erklärt Heinrich König. "Der Kohl hat eine gute Qualität", freut sich Landwirt Wolfram Siegismund (56) aus Winsen-Luhdorf, der zum finalen Ernteertrag voraussichtlich 140 Tonnen beisteuern wird.