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"Der Euro wird uns überleben!": Ehemaliger Chef des Hamburger Weltwirtschaftsinstituts referierte bei Wirtschaftstag der Volksbank Lüneburger Heide eG

Begrüßung des Referenten (v. li.): Professor Thomas Straubhaar, SPD-Bundestagsabgeordnete Svenja Stadler und Volksbank-Vorstand Cord Hasselmann
ce. Winsen. "Der Euro wird uns alle überleben!" Dieses Fazit zog Professor Thomas Straubhaar am Donnerstag auf dem 34. Wirtschaftstag der Volksbank Lüneburger Heide eG in Winsen. Dort referierte der Dozent für Volkswirtschaftslehre an der Universität Hamburg und langjährige Direktor des Hamburger Weltwirtschaftsinstitutes über die Zukunft des Euro. Zu den rund 700 Gästen, die Volksbank-Vorstand Cord Hasselmann begrüßte, gehörte auch die SPD-Bundestagsabgeordnete Svenja Stadler.
Mit dem Mauerfall 1989 - so Straubhaar - sei die Globalisierung eingeläutet und der Einführung des Euro zehn Jahre später der Boden bereitet worden. "Der Start der einheitlichen Währung war nicht optimal, denn es wurden Länder mit den unterschiedlichsten wirtschaftlichen Strukturen und Finanzlagen zusammengezogen", blickte der Referent zurück. Am Ende der dann durch steigende Zinsen und hohe Verschuldungen ausgelösten Kettenreaktion habe 2008 die Finanzmarktkrise gestanden, von der sich einige Nationen bis heute nicht ganz erholt hätten. Auch dank des Bemühens der Europäischen Zentralbank um den Erhalt des Euro sei dieser inzwischen wieder eine starke Währung in der EU-Zone, und sein Wechselkurs etwa gegenüber dem Dollar sei um 6,5 Prozent stärker als bei der Einführung 1999.
Zur Optimierung des Finanzwesens und um künftigen Krisen vorzubeugen, riet Straubhaar zur Bildung einer "Bankenunion" bei gleichzeitiger Abwicklung unwirtschaftlicher Kreditinstitute. Um schwache Nationen zu stärken, sollte es eine Fiskalunion geben, deren Institutionen beim Aufbau effizienter staatlicher Strukturen helfen. "Für Länder, die sich nicht an die Spielregeln der EU-Zone halten wollen oder können, sollte ein freiwilliger Austritt möglich gemacht werden", schlug der Wirtschaftswissenschaftler vor. Straubhaar: "Bei zerrütteten Nationen sollte ein Ausschluss aus der EU ermöglicht werden."