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"Lage ist zufriedenstellend": Friseur-Innung zog Bilanz auf Frühjahrsversammlung

Innungs-Obermeister Jens Bahlburg (Foto: archiv/thl)
ce. Winsen. "Die wirtschaftliche Lage ist einigermaßen zufriedenstellend." Diese Zwischenbilanz zog Friseurmeister Jens Bahlburg, Obermeister der Friseur-Innung des Kreises Harburg, jetzt auf deren Frühjahrsversammlung in Winsen. Bahlburg verwies auf auf eine aktuelle Handwerks-Statistik, die bundesweit für 2014 einen Zuwachs um 156 auf insgesamt 80.332 eingetragene Betriebe aufweist. Allerdings habe sich die Zuwachsrate im Vergleich zu den vergangenen Jahren reduziert. "Angesichts von mehr als 20.000 mehrwertsteuerfreien Mikrobetrieben und Alleintätigen kann von einer konsolidierten Branchenstruktur nicht ausgegangen werden" räumte Bahlburg ein.
Insgesamt 24.920 Auszubildende machen laut Bahlburg derzeit in Deutschland eine Friseurlehre. Damit würden Friseurunternehmen im Vergleich überdurchschnittlich viel ausbilden. In den 67 Friseurinnungs-Betrieben im Landkreis Harburg würden derzeit insgesamt 37 "Azubis" den Beruf erlernen. Dieser profitiere - so Bahlburg - von seinem hohen Beliebtheitsgrad, jedoch werde die sinkende Zahl der Schulabgänger die Nachfrage nach Ausbildungsplätzen deutlich verringern. Um für Nachwuchs zu werben, nimmt die Friseur-Innung am 27. und 28. September wieder am Jobtreff in Buchholz teil.
Jens Bahlburg freute sich über die auch im Ausland große Unterstützung für den Meistertitel im Friseurhandwerk. Nach einem positiven Statement des europäischen Dachverbandes Coiffure EU plädierten auch die Spitzenverbände Österreichs und der Schweiz für die Meisterprüfung. Zudem habe sich Vizekanzler Sigmar Gabriel gegenüber Harald Esser, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Friseurhandwerks, für den Meisterbrief ausgesprochen. Mit der „Transparenz-Initiative der Europäischen Kommission“ unternehme die EU-Kommission jedoch einen weiteren Versuch, Qualität und Professionalität im Handwerk herabzusetzen, denn damit stehe erneut die Meisterqualifikation auf dem Prüfstand. Ende April würden sich das Bundeswirtschaftsministerium und der Friseur-Zentralverband einer Anhörung in Brüssel stellen und die Notwendigkeit der Qualifikation darstellen.
„Die Meisterprüfung im Friseurhandwerk soll zeitgemäßer gefasst werden. Ziel ist es, die Qualifizierung noch praxisorientierter werden zu lassen", hob Bahlburg hervor. Es gehe dem Zentralverband des Friseurhandwerks vor allem darum, die jungen Meisterinnen und Meister auf eine erfolgreiche Karriere als Friseurunternehmer und Saloninhaber vorzubereiten. Jens Bahlburg: "Die Erarbeitung etwa von Salonkonzepten und Businessplänen soll weiter an Bedeutung gewinnen."