Angst vor den Strahlen: Ende des Dauerblinkens dank Radar, doch Bürger sind in Sorge

Techniker warten eine Radaranlage des Typs Scanter    Foto: Terma
  • Techniker warten eine Radaranlage des Typs Scanter Foto: Terma
  • hochgeladen von Jörg Dammann

(jd). Totale Finsternis statt rot leuchtendes Dauerblinken: Ein Großteil der Windparks im Landkreis soll mit einer nächtlichen Warnbefeuerung versehen werden, die nur noch dann blinkt, wenn sich ein Flugzeug in der Nähe befindet. Möglich wird das dank eines Systems, das Anfang des Jahres seine Zulassung erhalten hat und das auf dem Einsatz von Radar basiert. In seiner MIttwochs-Ausgabe hatte das WOCHENBLATT ausführlich berichtet. Bei vielen wird diese sogenannten "bedarfsgesteuerten Nachtkennzeichnung" (BNK) sicher auf Zustimmung stoßen, denn für Anwohner ist das "Disco-Blinken" seit Jahren ein Ärgernis. Doch nun gibt es die ersten kritischen Stimmen: Einige Bürger sind besorgt, dass von dem 45 Meter hohen Radarturm, der westlich von Apensen errichtet werden soll, gesundheitsgefährdende Strahlen ausgehen könnten.

Innerhalb der Grenzwerte

"Wir nehmen die Sorgen der Bürger ernst, können aber alle beruhigen, die sich Gedanken um mögliche gesundheitliche Auswirkungen machen", sagt Eberhard Voß, Geschäftsführer der Firma VOSS Energy, die vor wenigen Wochen für einen Windpark in Brandenburg die bundesweit erste Zulassung der Deutschen Flugsicherung (DFS) für eine BNK-Lösung dieser Art erhalten hat. Die Radaranlage selbst sei seit vielen Jahren auf dem Markt. Es handele sich um ein bewährtes und technisch ausgereiftes System, das weltweit zum Einsatz komme, so Voß: "Wir verwenden das Modell 'Scanter 5000' des dänischen Herstellers Terma." Ihm sei kein Fall bekannt, in dem dieser Anlagentyp in irgendeinen Zusammenhang mit krankmachender Strahlung gebracht worden sei. Selbstverständlich bewege man sich im Rahmen der Grenzwerte der Bundesimmissionsschutz-Verordnung.

Eine Antwort des Bundesamtes für Strahlenschutzes (BfS) auf eine WOCHENBLATT-Anfrage zu möglichen gesundheitlichen Gefahren, die von solchen Anlagen ausgehen können, lag bis Redaktionsschluss nicht vor. Allgemein heißt es seitens des BfS aber, dass die Einwirkungen der elektromagnetischen Felder, die Radaranlagen zur Flugüberwachung erzeugen, in den öffentlich zugänglichen Bereichen gering seien. "Beeinträchtigungen der Bevölkerung sind nicht zu erwarten", so das BfS. Die Energie werde vorwiegend in den Luftraum ausgestrahlt.

Schutz vor Röntgenstrahlen

Allerdings wird das Thema Radaranlagen oftmals noch in einen Zusammenhang gebracht mit den hohen Zahlen an Krebserkrankungen von Soldaten der Bundeswehr und der NVA, die in den 1970er und 1980er Jahren in militärischen Radarstellungen eingesetzt waren. Diese Fälle sind jedoch nicht auf die Radarwellen zurückzuführen, die beim Scanter-System im Frequenzbereich von rund neun Gigahertz ausgestrahlt werden. Krebsauslösend waren vielmehr die Röntgenstrahlen, die als unerwünschter Nebeneffekt bei besonders starken Radarsendern entstehen. Die Militäranlagen besaßen damals einen unzureichenden Schutz dagegen.

Keine Gesundheitsgefahr

Bei den modernen Radaranlagen sieht das anders aus: "Eine gesundheitliche relevante Exposition durch Röntgenstrahlung kann bei Einhaltung der Sicherheitsvorschriften nicht auftreten", heißt es seitens des BfS. Die Anlagen "müssen derart abgeschirmt sein, dass weder die Bevölkerung noch das Bedienungspersonal einer über den Grenzwerten liegenden Dosisbelastung ausgesetzt ist."
Eine gesundheitlich Beeinträchtigung wäre theoretisch durch die Wärme möglich, die die vom Radar ausgehenden hochfrequenten elektromagnetischen Felder erzeugen. Eine Wärmeeinwirkung auf den Körper wäre aber nur möglich, wenn man sich direkt neben eine in Betrieb befindlichen Radaranlage stellen würde.
Doch wer sollte das machen? Schließlich kommt auch niemand auf die Idee, seine Nase direkt an die Scheibe einer eingeschalteten Mikrowelle zu pressen.

Autor:

Jörg Dammann aus Stade

Panorama

Corona-Zahlen im Landkreis Harburg
Inzidenzwert steigt auf 64,8

os. Winsen. Am Donnerstag, 29. Oktober, meldete der Landkreis Harburg 1.221 bestätigte Corona-Fälle - ein Plus von 41 zum Vortag. Die Zahl der Genesenen stieg um 31 auf 979, die Zahl der Verstorbenen blieb bei 24. Die akuten Corona-Fälle summierten sich damit auf 218. 488 Personen befanden sich in Quarantäne. Der Sieben-Tage-Inzidenzwert kletterte auf 64,8. Die Corona-Zahlen der vergangenen Wochen im Überblick: 28. Oktober 2020: 1.180 bestätigte Fälle / 948 Genesene / 24 Tote 27....

Panorama

Bewohner in Apensen positiv getestet
Corona-Fall in Flüchtlingsunterkunft

sla. Apensen. In einer Flüchtlingsunterkunft in Apensen ist ein Flüchtling nachweislich an Corona erkrankt. Die anderen fünf Bewohner der Unterkunft, die alle in Einzelzimmern wohnen, befinden sich in Quarantäne und wurde bereits getestet. Das Testergebnis steht aktuell noch aus, sagt Tanja von der Bey, Mitarbeiterin der Gemeinde Apensen. Die Bewohner würden sich an alle Abstands- und Hygieneregeln halten und wären zudem mit Desinfektionsmitteln hinreichend ausgestattet.

Service

So viel wie nie: 90 aktive Corona-Fälle am Freitag, 30. Oktober
Aktuelle Corona-Zahlen im Landkreis Stade: Höchstwert vom März wird übertroffen

jd. Stade. Der Landkreis Stade hat bei den aktiven Corona-Fällen den höchsten Wert seit Beginn der Pandemie erreicht: Das Stader Gesundheitsamt meldet am Freitag, 30. Oktober, 90 aktuell mit dem Coronavirus infizierte Personen. Innerhalb nur eines Tages sind 27 neue Fälle hinzugekommen. Das bedeutet einen Anstieg um 43 Prozent. Der bisherige Höchstwert von 76 aktuellen Corona-Fällen vom 28. März ist damit deutlich übertroffen.  Sieben-Tage-Inzidenz klettert nach oben Damit schnellt im...

Panorama
Bei der Auktion "ebbes-ersteigern.de" gibt es mit etwas Glück Mega-Reiseangebote zur Hälfte des Preises

Mega-Auktion rund um Urlaub, Reisen und Freizeit von 14. bis 30. November
Reiseschnäppchen mit "ebbes-ersteigern.de"

Mit der neuen Auktion ebbes-ersteigern.de gibt es auch in dieser Zeit tolle Möglichkeiten, "mal rauszukommen", sich zu erholen und sich etwas zu gönnen. Denn "ebbes-ersteigern.de" bietet vom 14. bis 30. November 2020 jede Menge attraktive Reiseschnäppchen. "Diese Plattform könnte zu keinem besseren Zeitpunkt kommen", sagt Stephan Schrader, Geschäftsführer des WOCHENBLATT, das die Auktion mit ins Leben gerufen hat. "Wir alle wollen auf andere Gedanken kommen. Sich und anderen eine Freude zu...

Panorama

Wegen des zweiten Shutdowns
Diese Veranstaltungen wurden im Landkreis Harburg wegen Corona abgesagt

os. Landkreis Harburg. Wegen des neuerlichen Shutdowns werden im Landkreis Harburg wieder zahlreiche Veranstaltungen abgesagt, egal ob im Sport, in der Kultur oder in der Politik. Das WOCHENBLATT dokumentiert an dieser Stelle, welche Veranstaltungen abgesagt wurden. Die Liste wird fortlaufend angepasst. Die Samtgemeinde Jesteburg sowie die Gemeinde Rosengarten setzen im November vorerst mit den Sitzungen der Fachgremien aus. In Buchholz wurden bereits die Sitzungen der Ortsräte...

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen