Buchen bergen Gefahren - Landkreis sperrt Zugang zu Grundoldendorfer Hünenbetten

Einige Buchen sind bereits umgestürzt   Foto: LK Stade/H. Bergmann
3Bilder
  • Einige Buchen sind bereits umgestürzt Foto: LK Stade/H. Bergmann
  • hochgeladen von Jörg Dammann

jd. Grundoldendorf. Dieser Ort verbreitet etwas Mystisches: Wer die Anhöhe zum kleinen Waldgebiet "Im Dohrn" bei Grundoldendorf (Gemeinde Apensen) emporsteigt, ist schnell vom magischen Zauber dieses Platzes gefangen. Inmitten alter Buchen, die wie die Säulen einer großen Halle emporragen, befinden sich vier Großsteingräber aus der Jungsteinzeit, sogenannte Hünenbetten. Manche sagen aber auch, dass die 5.500 Jahre alten Steinsetzungen, die älter als das englische Stonehenge oder die ägyptischen Pyramiden sind, eine geradezu unheimliche Atmosphäre umgibt. Ab sofort sollten nicht nur ängstliche Charaktere die Hünengräber meiden. Von dem umliegenden Wäldchen geht nämlich eine höchst reale Gefahr aus.

"Achtung Lebensgefahr! Betreten streng verboten", steht auf den Schildern, die der Landkreis Stade jetzt rund um den Dohrn aufstellen ließ. Der Grund für das Verbot: Mehrere der bis zu 250 Jahre alten Buchen drohen umzustürzen. Auch wenn es den stattlichen Baumriesen nicht anzusehen ist: Viele Buchen haben ihre besten Jahre längst hinter sich und sterben nun langsam ab. "Besonders gefährlich ist der Befall einiger altersschwacher Buchen durch holzzerstörende Pilze", sagt Helmut Bergmann vom Kreis-Naturschutzamt. Bei diesen Bäume könnten jederzeit die Kronen herausbrechen oder die Tragwurzeln verrotten, ohne dass ihnen ihre "Krankheit" vorher anzusehen wäre.

Laut Bergmann mussten bereits Anfang des Jahres zwei geschädigte Bäume entfernt werden. Die Bergung der Buchen habe sich aufwendig gestaltet und sei sehr kostspielig, da die Steingräber nicht in Mitleidenschaft gezogen werden dürfen. Kreisarchäologe Daniel Nösler verweist auf die überregionale Bedeutung der imposanten Grabanlagen. Er hofft, dass schnell eine Lösung gefunden wird, damit diese historisch bedeutsame Stätte wieder betreten werden darf.

Vorerst ist es nur noch erlaubt, den um das Wäldchen herumführenden Feldweg zu nutzen. Nach Auskunft von Kreissprecher Christian Schmidt gehört das Areal dem Landkreis, dem Land Niedersachsen sowie der Gemeinde Apensen. Alle drei Eigentümer wollen sich nun zusammensetzen und klären, wie mit dem kleinen Waldgebiet, das als wertvolles Fledermaus-Biotop gilt, verfahren wird.

Geschichtsverein rettete Steingräber

Die Grundoldendorfer Großsteingräber würde es heute nicht geben, wenn nicht der Stader Geschichtsverein in den 1920er Jahren für den Erhalt der steinernen Zeitzeugen gesorgt hätte. Errichtet wurden die tonnenschweren Grabkammern um 3.500 vor Christus von den Angehörigen der sogenannten Trichterbecherkultur. Damals wurden die Menschen erstmals sesshaft und betrieben Ackerbau und Viehzucht, statt als Jäger und Sammler zu leben. Bei Ausgrabungen wurden Keramikgefäße, Feuersteingeräte und Knochenreste gefunden. Geschichtsverein rettete Steingräber

Autor:

Jörg Dammann aus Stade

Service
Aus den beiden Grafiken geht hervor: Der Anteil der Altersgruppe "Ü 70" liegt im Landkreis Stade bei 16 Prozent. Aus dieser Gruppe kommen aber mit Abstand die meisten Corona-Toten (88 Prozent)

Sieben-Tage-Inzidenz weiter unter dem Grenzwert 50
Über 70-Jährige stellen nur 16 Prozent der Bevölkerung im Landkreis Stade, aber 88 Prozent der Corona-Toten

jd. Stade. Die Warteliste für das Impfzentrum in Stade ist abgearbeitet. Daher ruft der Landkreis Stade die über 80-Jährigen dazu auf, bei der Impf-Hotline des Landes einen Impftermin zu vereinbaren. "Auf der Warteliste des Landes stehen für den Landkreis Stade zurzeit keine Namen mehr von Personen, die 80 Jahre oder älter sind", sagt Nicole Streitz, Leiterin des Impfzentrums in Stade. Menschen aus dieser Altersgruppe, die sich impfen lassen möchten, können laut Streitz im Moment zeitnah einen...

Panorama

Die aktuellen Corona-Zahlen vom 4. März im Landkreis Harburg
Kurz vor der ehemals magischen 50: Inzidenzwert bei 52,67

(sv). Wir befinden uns wieder kurz vor der ehemals magischen Grenze 50: Der Inzidenzwert im Landkreis Harburg lag am heutigen Donnerstag, 4. März, bei 52,67 - so niedrig wie zuletzt vor zwei Wochen. In den Kommunen verzeichnete die Samtgemeinde Jesteburg (8,97) den niedrigsten Wert, gefolgt von der Samtgemeinde Salzhausen (13,80). Die Samtgemeinde Stelle (114,99) wechselte die Samtgemeinde Tostedt (101,47) an der Spitze ab. Aktuell meldet der Landkreis Harburg 187 aktive Fälle, das sind drei...

Panorama
2 Bilder

Prologis will Grundstück erst später bebauen
Kleines Wäldchen in Neu Wulmstorf wurde plattgemacht

sla. Neu Wulmstorf. Was ist denn in Neu Wulmstorfs Norden los, fragen sich aufmerksame Bürgerinnen und Bürger. Seit Tagen waren Baufahrzeuge damit beschäftigt, das kleine Wäldchen zwischen dem Edeka-Markt und der Logistikhalle von Prologis zu roden. Der ehemals idyllische Weg entlang der S-Bahn-Linie Richtung Buxtehude gleicht nun einer kahlen Matschfläche. "Wie traurig", äußerten sich WOCHENBLATT-Leser und Spaziergänger gleichermaßen und spekulierten, ob dort eine Gewerbefläche oder neuer...

Politik
Winsens Bürgermeister André Wiese (CDU)   Foto: Stadt Winsen

André Wiese redet Klartext über Winsen 2030

Bürgermeister setzt sich auf seiner privaten Facebook-Seite mit der Kritik an Baumfällungen auseinander thl. Winsen. Seit Bekanntwerden der Planung für den Umbau der Haupteinkaufsstraßen im Rahmen des Projektes "Winsen 2030", hagelt es immer wieder Proteste gegen die damit verbundenen Baumfällungen. Diese hatten sich noch verstärkt, als am Montag vergangener Woche die Kettensägen ratterten und die Bäume zwischen dem Südertor und der Rathausspitze fielen. Jetzt platzte Bürgermeister André Wiese...

Politik
Jesteburg ist als Haltepunkt für den Regionalverkehr im Gespräch. Die Regionalstrecke Hannover-Soltau-Buchholz-Harburg würde dann über Jesteburg führen.
In einer Machbarkeitsstudie wurden jetzt drei mögliche Standorte in Jesteburg untersucht: Reindorfer Feldweg, Sandbarg und Bahnhofstraße. Wichtige Kriterien sind u.a., wie die Erschließung und Zuwegung erfolgt, die Anbindung an den Nahverkehr, wie viele Parkplätze eingerichtet werden können und die zu erwartenden Kosten
4 Bilder

"Die Öffentlichkeit muss dringend informiert und mitgenommen werden"
Jesteburgs Politik wurden mögliche Bahnhofsstandorte vorgestellt

as. Jesteburg. Reindorfer Feldweg, Sandbarg oder Bahnhofstraße - welches ist der beste Standort für einen möglichen Haltepunkt des Erixx in Jesteburg? Entsprechend dem parteiübergreifenden Antrag von SPD, CDU und Grünen wurde eine Machbarkeitsstudie über mögliche Standortvarianten für eine neue Bahnstation in Jesteburg erstellt. Wie die SPD jetzt bekannt machte, wurden die Ergebnisse der 9.500 Euro teuren Machbarkeitsstudie jüngst in einer informellen Sitzung den Gemeinderäten sowie dem...

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen