Apensen: Samtgemeinde-Bürgermeister-Kandidat und Kämmerer steigen aus

Jan Gold beim WOCHENBLATT-Interview für seine Kandidatur
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Jan Gold (CDU) tritt nicht mehr bei Wahl um Samtgemeinde-Bürgermeisterposten an / Peter Riebesell geht vorzeitig

ab. Apensen. In der Samtgemeinde Apensen schlagen die Wellen erneut hoch: Wieder einmal geht um den Posten des Samtgemeinde-Bürgermeisters. Einzelkandidat Jan Gold (55, CDU) zieht seine Bewerbung für die im Mai anstehende Wahl zurück. Erst jetzt habe sich herausgestellt, dass sein Beamtenverhältnis auf Lebenszeit nicht ruhen werde, wenn er gewählt würde. "Seit 2006 geht das nur noch in Ausnahmefällen", sagt er gegenüber dem WOCHENBLATT. Das sei ihm nicht bekannt gewesen. Jan Gold arbeitet als Vollzugsabteilungsleiter in der Untersuchungshaftanstalt in Hamburg. "Sonst wäre ich als Kandidat nicht ausgestiegen."

Besonders risikoreich erscheint es Jan Gold, Mitglied im Samtgemeinderat und Beckdorfer Bürgermeister, weil er in der vergangenen Zeit viel Gegenwind im Apenser Samtgemeinderat zu spüren bekam. Als es um das Engagement eines kostspieligen Headhunters ging, der einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin für den vorzeitig abgetretenen Samtgemeinde-Bürgermeister Peter Sommer suchen sollte, hatte Gold sich als einer der wenigen dagegen ausgesprochen.

Kurz darauf war die Samtgemeinde ins Visier der Kommunalaufsicht geraten - die Auftragsvergabe an den Headhunter verstoße gegen geltendes Recht, hieß es. Auch könne dieser nicht wie geplant aus dem Gemeindetopf gezahlt werden.

Wenig später war Jan Gold in einer öffentlichen Ratssitzung mit dem CDU-Fraktionschef und Sauensieker Bürgermeister Rolf Suhr aneinandergeraten. Gold hatte dessen Rücktritt gefordert. Suhr habe, sagt Gold, gemeinsam mit Interimsverwaltungschefin und Bauamtsleiterin Sabine Benden die Samtgemeinderatsmitglieder im Falle "Headhunter" falsch beraten. Mit seiner klaren Positionierung und seiner Ansage, er werde, sollte er gewählt werden, um die Entlassung Sabine Bendens als Stellvertreterin des Samtgemeindebürgermeisters ersuchen, dürfte sich Gold wenig Freunde gemacht haben. Die Bekanntgabe der CDU, Manuela Mahnke (SPD), derzeit amtierende Bürgermeisterin in Nottuln, als Kandidatin bei der Wahl um den Samtgemeinde-Bürgermeisterposten zu unterstützen, befeuert diese Vermutung.

Sollte Jan Gold als Samtgemeinde-Bürgermeister gewählt werden, sei es ein Leichtes, ihn abzusägen. "Die dafür notwendige Dreiviertelmehrheit im Samtgemeinderat hätte ich garantiert gegen mich", ist er überzeugt. Sollte er damit nicht einverstanden sein, gebe es ein Abwahlverfahren, an dem sich nur 25 Prozent der wahlberechtigten Bürger beteiligen müssten. "Dann wäre ich am nächsten Tag arbeitslos." Das Risiko sei ihm zu hoch, sagt Gold, dafür wolle er seinen Job als Beamter auf Lebenszeit nicht aufs Spiel setzen. "Ich bedauere diese Entwicklung."

Doch nicht nur Jan Gold gibt entnervt auf - auch Peter Riebesell hat hingeschmissen. Er ist im Apenser Rathaus nicht mehr anzutreffen. Überraschend hat der Kämmerer acht Monate vor seiner Pensionierung einen Sonderurlaub angetreten, aus dem er nicht mehr zurückkehren wird. "Ich wollte nicht mehr", sagte er auf WOCHENBLATT-Nachfrage. "Ich bin da raus. Mehr kann ich nicht sagen."

Insider kolportieren, dass Riebesell gemobbt worden sein soll. Er soll aus der Kommunikationskette im Rathaus ausgeschlossen worden sein. Er selbst will dazu nichts sagen. Aus unbestätigter Quelle heißt es, Peter Riebesell verzichte damit auf ein achtmonatiges Gehalt in Höhe von ca. 36.000 Euro. 
Das WOCHENBLATT hat im Rathaus angerufen, um weitere Informationen zu erhalten: Sabine Benden ist in dieser Woche nicht da.

Als Kandidatinnen für den Samtgemeinde-Bürgermeisterposten treten derzeit zwei Frauen an: Neben Manuela Mahnke hat auch Petra Beckmann-Frelock (UWA) ihren Hut in den Ring geworfen. Mehr über die Kandidatin in der kommenden Mittwochs-Ausgabe.

Jan Gold beim WOCHENBLATT-Interview für seine Kandidatur
Peter Riebesell beim WOCHENBLATT-Interview zu seinem Ruhestand

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